Sonstiges
Gumpp & Maier GmbH
13.04.2023

Handwerk in Nöten?

10.700 Lehrlinge weniger im Handwerk als im Vorjahr - wie soll das weiter gehen?
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Laut einem Bericht der DHZ (Deutschen Handwerks Zeitung // Weniger neue Ausbildungsverträge im Handwerk - dhz.net (deutsche-handwerks-zeitung.de) sind die Neuzugänge an Ausbildungsverträgen im Handwerk insgesamt rückläufig. 

Das Zimmererhandwerk im speziellen allerdings verzeichnet seit einigen Jahren einen steten Zuwachs an Nachwuchskräften. Im September 2022 hatten 8.776 Jugendliche einen entsprechenden Ausbildungsvertrag. 

Zum Glück, muss man sagen. Denn dem deutschen Handwerk fehlen alles in allem etwa 250.000 Fachkräfte, 30.000 Lehrstellen sind unbesetzt. Diese Zahlen, verbunden mit ohnehin zahlenmäßig schrumpfenden Jahrgängen, lässt nicht gerade optimistisch in die Zukunft blicken. 

Viele Schülerinnen und Schüler entscheiden sich für einen akademischen Werdegang. Die Gründe liegen auf der Hand: Das Lohnniveau im Handwerk ist immer noch um einiges niedriger als in z.B. Verwaltungsberufen, die Arbeitszeiten sind oftmals weniger freizeitfreundlich, die Arbeit selbst körperlich anstrengend und / oder der Witterung unterworfen. Das muss man sich schon aussuchen und auch dafür gemacht sein. 

Wie also den Beruf des Zimmerers "schmackhaft machen"? Die Vergütung ab dem 2. Lehrjahr gehört zu den höchsten im Handwerk - das ist schon mal ein Plus. 

Der Wandel in der Gesellschaft zeigt aber auch: Geld ist lange nicht mehr alles. Haben frühere Generationen den Verdienst als Top-Kriterium angegeben, sind es bei der aktuellen und kommenden eher die Sinnhaftigkeit der Arbeit und die Work-Life-Balance, die über die Berufswahl entscheiden. Nun, sinnstiftend ist das Zimmererhandwerk in jedem Fall! 

An welchen Hebeln kann man als Betrieb noch ansetzen um junge Menschen für eine Lehre zum Zimmerer / zur Zimmerin zu begeistern? Dazu muss man wissen, was die Zielgruppe bewegt - welche Kriterien werden zur Berufswahl herangezogen?

Was liegt da näher als die Azubis bzw. die die es werden sollen, selbst zu fragen? 

Das haben wir getan! Zwei unserer Lehrlinge - mittlerweile beide Gesellen - standen uns Rede und Antwort: 

Die Entscheidung für den Beruf war bei einem der beiden historisch aus der Kindheit gewachsen: Da hat man mit dem Großvater schon Holzwerkstücke gebastelt. Der gute Verdienst im 2. Lehrjahr war ebenfalls ein Pluspunkt. 

Die Wahl fiel auf unseren Betrieb im besonderen, da wir zum Beispiel flexiblen Überstundenausgleich, Zuschuss zur Arbeitskleidung und eine Lehrlingswerkstatt bieten. Die Abwechslung zwischen Vorfertigung und Baustelle wirkt einem eintönigen Arbeitsalltag entgegen. 

Bei unserem zweiten Lehrling ging eine erste Ausbildung zum Industriemechaniker voraus. Diese war ihm zu eintönig, die Tätigkeit als Zimmerer ist abwechslungsreicher und bietet mehr Entwicklungsmöglichkeiten. 

Ausschlaggebend für den Vertrag mit Gumpp & Maier war die technologische Ausstattung des Betriebs - Holzbau im High-End Stadium und trotzdem geht das handwerkliche nicht verloren. Beim Vorstellungsgespräch entschied das Bauchgefühl aufgrund des guten Betriebsklimas. 

Das Resümee der beiden: Es ist zwar kein einfacher Job, aber ein geiler. Es macht Spaß, ist abwechslungsreich und zukunftssicher. 

Dieses Gefühl des Berufsbildes zu transportieren ist Aufgabe der Ausbildungsbetriebe um jungen Menschen, die vor einer der wichtigsten Entscheidungen in ihrem Leben stehen, einen realistischen Einblick in eine mögliche Zukunft zu geben.  

Wir veranstalten dazu regelmäßig Aktionstage, wie unseren "Zimmermann für einen Tag", beteiligen uns am Girl´s Day und bieten über das ganze Jahr Praktika für Interessierte Schülerinnen und Schüler an. Den Beruf so "live und in Farbe" zu erleben, hat uns in den letzten Jahren stets einen gleichbleibend hohen Zufluss an Auszubildenden gesichert - in diesem Jahr sind 11. 

Gleichzeitig versuchen wir uns immer auch an den Bedürfnissen und Wünschen unserer jungen Zielgruppe zu orientieren: Unsere Lehrlingswerkstatt und die Lehrlingsprojekte sind unter anderem zwei Ergebnisse dieser Bemühungen. Wir legen großen Wert darauf, dass unsere Azubis sehr schnell Verantwortung übernehmen und eigene Projekte von Anfang bis Ende bearbeiten. Jeder einzelne wird im Verlauf seiner Ausbildung individuell betreut und gefördert. Das ist uns wichtig, da die Ausbildung den Grundstein für den weiteren Berufsweg legt. Daher bleiben auch viele unserer ehemaligen Azubis nach ihrer Lehre bei uns. 

Doch alles das nutzt natürlich nichts, wenn niemand davon erfährt. Daher kommunizieren wir unsere Aktionstage immer mit sehr viel Vorlauf in den sozialen Medien, der lokalen Presse und den ortsansässigen Schulen. Zusätzlich besuchen wir regionale Berufsbildungsmessen und entsprechende Info-Tage in den Schulen. 

Was tut ihr um Nachwuchskräfte zu gewinnen? Welche Maßnahmen haben sich für euch bewährt? Welche Veranstaltungen haben euch am meisten gebracht? 

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