Wie gefährlich ist unser Beruf ? Die Z-T Umfrage
Jeder Todesfall ist einer zu viel
Rein statistisch verunglückt alle vier Tage ein Bauarbeiter bei der Arbeit. Im Jahr 2020 waren es allein in Deutschland insgesamt 97 Todesfälle im Bauhauptgewerbe. Die häufigsten Todesursachen waren Abstürze aus großer Höhe und Verletzungen durch herabfallende Teile.
Zimmererberuf ist relativ gefährlich
Aber auch nicht tödliche Unfälle sind schmerzhaft und können im schlimmsten Fall bleibende Schäden verursachen. Uns hat es interessiert, wie unsere Mitglieder zur Arbeitssicherheit im Zimmererhandwerk stehen und wie es ihnen mit der Situation geht - in einem im Verhältnis zu anderen Berufen betrachtet - gefährlichen Beruf zu arbeiten.
Umfrage mit über 1.400 Teilnehmern
Deshalb haben wir eine Umfrage in unserem Netzwerk gestartet. Über 1.400 Mitglieder haben sich daran auf Instagram beteiligt. Hier findest Du unsere Fragen und die Antworten dazu.
Findest Du, dass unser Beruf gefährlich ist?
76 % stimmen mit "Ja", wenn es darum geht, ob unser Beruf gefährlich ist. 24 % finden den Zimmererberuf nicht gefährlich. Abgestimmt haben 1.163 Teilnehmer.
Hattest Du schon mal einen Arbeitsunfall?
Von 1.332 Teilnehmern hatten ganze 61 % bereits einen Arbeitsunfall. 39 % hatten noch keinen Arbeitsunfall.
Trägst Du auf der Baustelle einen Helm?
Über 1.402 Teilnehmer stimmen ab. Die Mehrheit mit 62 % trägt "Nie" einen Helm. 32 % tragen "Ab und zu" einen Helm und eine kleine Minderheit mit 6 % trägt "Meistens" einen Helm.
Trägst Du immer Sicherheitsschuhe?
Hier stimmen 1.482 Teilnehmer ab. 83 % davon tragen immer Sicherheitsschuhe. 17 % davon nicht.
Wie könnte die Arbeitssicherheit erhöht werden?
Auf diese Frage haben wir viele gute einzelne Vorschläge bekommen. Hier einige Beispiele zusammengefasst:
- Praktische Sicherheitskleidung, angenehme Helme mit guten Funktionen
- Eine Schulungspflicht für Dacharbeiten und allgemein mehr Schulungen
- Kein Alkohol während der Arbeitszeit
- Weniger Zeitdruck und Stress
- Vorfertigung
Unser Fazit:
Die Mehrheit der Teilnehmer hat ein gutes Bewusstsein für das Risiko im Beruf. Was sehr positiv ist, da es die Achtsamkeit stärkt. Auch die gängisten und einfach praktikablen Sicherheitsmaßnahmen wie die Arbeit mit Sicherheitsschuhen wird von den meisten umgesetzt. Der ständige Einsatz eines Helms ist aber wahrscheinlich zu unpraktisch.
Als häufigster Lösungsansatz kam, dass mit weniger Zeitdruck und Stress gearbeitet werden soll. Das wäre ein guter Ansatz, denn so behält man eher einen klaren Kopf. Gefahren werden mit einem klaren Kopf frühzeitig und besser erkannt. Dieser Lösungsvorschlag eines Teilnehmers hat uns auch noch gut gefallen: nämlich, dass Arbeitssicherheit endlich nicht mehr "uncool" sein darf.











