Druckluft vs. Gas
ANTRIEBSTECHNIK
Der pneumatisch betriebene Nagler benötigt vorkomprimierte Luft, welche mithilfe eines Schlauchs über einen externen Kompressor zugeführt wird. Beim Auslösen öffnet sich ein Ventil, die Druckluft schießt in den Lauf und treibt das Befestigungsmittel in das darunterliegende Material. Die Auslösung ist durch einen mechanischen Kontakt gesperrt und gibt diesen erst beim Kontakt mit dem Werkstück frei. Druckluftnagler sind sehr leistungsfähig, haben selbst bei dauerhafter Verwendung keinen Druckverlust und sind an Ausführungsschnelligkeit kaum zu übertreffen. Zudem verfügen sie über eine hohe Schlagkraft.
Auch beim Akkunagler ist es letztlich komprimierte Luft, die für das Austreiben des Nagels sorgt. Allerdings wird hier die Pressluft direkt im Nagler über eine elektrisch betriebene Kompressionskammer erzeugt, indem der Kolben mithilfe des integrierten Elektromotors in einen luftgefüllten Zylinder gepresst wird, sodass ein Überdruck entsteht. Es folgt derselbe Vorgang wie beim Druckluftnagler.
Eine kabel- und schlauchlose Variante, bei der Akku und Gaskartusche verwendet werden, bietet der Gasnagler. Beim Schuss wird eine optimierte Menge Gas in die Brennkammer, in der zuvor die Luft stark verdichtet wurde, eingespritzt und über einen Funken gezündet. Die auf diese Weise erzeugte Energie sorgt für eine besonders hohe und auch bei Serienbefestigung gleichmäßige Schlagkraft, welche eine Eintreibtiefe von bis zu 100 mm ermöglicht. Pro Gas-Kartusche sind etwa 1.250, mit einer Akkuladung bis zu 13.000 Befestigungen möglich (Bsp. Paslode IMPULSE® Nagler).
STANDORT
Je nachdem, wo gearbeitet wird und in Abstimmung auf die Projekte, fällt die Wahl auf ein stationäres oder unabhängiges Gerät. Dabei sollten immer auch die Aspekte Nagellänge und -art, Gewicht, Magazinkapazität sowie Leistung im Blick behalten werden.
In Werkstätten mit Druckluftnetz spricht vieles für die pneumatische Technik. Aber hier gilt: Der Arbeitsradius ist von der Länge des Schlauchs abhängig, der für die Luftzufuhr sorgt. Auf der Baustelle ist dies ebenfalls ein entscheidender Faktor: Um mit einem pneumatischen Werkzeug unterwegs arbeiten zu können, ist ein mobiler Kompressor notwendig. Der Nachteil: Weitere Investitions- und Wartungskosten, Einschränkung durch notwendige Mitnahme des Kompressors, Versorgungsschlauch muss sicher verlegt und nachgezogen werden, Strom muss vorhanden sein und Anschlüsse oft über mehrere Stockwerke verteilt werden
Der Vorteil: Anschaffung eines universell einsetzbaren Kompressors, der auch für andere Geräte verwendet werden kann.
Auf dem Dach erweisen sich daher kabellose Gasnagler als vorteilhafter, da der lästige Schlauch und der Transport sowie das Positionieren des Kompressors entfallen. Das Werkzeug ist somit besonders schnell einsatzbereit. Lediglich die Gaskartusche und Akku müssen gefüllt beziehungsweise aufgeladen sein. Geräte der früheren Generation waren oftmals schwerer als der Druckluftnagler – inzwischen gibt es deutlich leichtere, ergonomisch gestaltete und gut ausbalancierte Produkte, welche ermüdungsfreies Arbeiten ermöglichen.
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LAUTSTÄRKE
Eintreibgeräusche lassen sich, sowohl bei Druckluft- als auch bei Gasnaglern, leider nicht ausblenden – hier spielen aber auch Arbeitsumgebung, Werkstück und Anzahl der Befestigungspunkte eine wesentliche Rolle. Arbeiten mit Gehörschutz ist demnach oberstes Gebot.
Gegebenenfalls können am Arbeitsort individuelle Geräuschminderungsmaßnahmen durchführt werden. Diese Maßnahmen sind allerdings nur in der Vorfertigung realisierbar. Auf der Baustelle sind die Möglichkeiten meist begrenzt. Was sich reduzieren lässt, ist die Geräuschkulisse des Antriebs: Während Gasnagler im Ruhezustand – zwischen den Eintreibvorgängen – keine Geräusche von sich geben, können die Kompressoren der Druckluftvariante auch dann mitunter ziemlich laut sein. Hier helfen sogenannte Flüsterkompressoren (etwa 55 dB), für welche ggf. eine erneute Investition erforderlich wäre.
WARTUNG & PFLEGE
Damit Nagelgeräte immer einwandfrei und sicher arbeiten, sollten sie – egal, ob kabellose oder Druckluftvariante – regelmäßig gewartet werden. Für beide Optionen gilt: Bei hoher Staubbelastung muss regelmäßig der Filter gereinigt und der Schusskanal sowie die Führungsschiene im Magazin sauber gehalten werden. Das reduziert nicht nur den Verschleiß des Geräts, sondern auch das Aufwirbeln von Feinstaub. Eine Funktionsprüfung der beweglichen Teile sowie das regelmäßige Schmieren des Geräts verhindert zudem mögliche Ladehemmungen.
Beim Gasnagler können Gaskartuschen, verbunden mit moderner elektronischer Einspritztechnik, problemlos im Gerät stecken bleiben bis sie leer sind – eine LED zeigt das an. Das verhindert den Gasverlust durch Verpuffen bei der Entnahme. Auch die Akkus unserer IMPULSE®-Reihe lassen sich mit nur einem Klick in eine Parkposition bringen. Sie bleiben dann im Akkuschacht, haben aber keinen direkten Kontakt mehr zum Gerät.
Beim Druckluftnagler wird das Gerät – meist bei einer Schlauchlänge von bis zu zehn Metern – kontinuierlich durch den Öler am Kompressor geölt, sodass ein händischer Einsatz des Schmiermittels nicht zwingend erforderlich ist. Bei Handgeräten empfiehlt es sich jedoch, einmal wöchentlich 1-2 Tropfen säurefreies Öl in den Stecknippel zu tropfen. Zudem erfordert der Druckluftnagler andere Wartungsaufgaben: Der Kompressor sollte nach der Anwendung vom Gerät getrennt und Kondenswasser in Druckkessel und Rohrleitungen durch einen Wasserabscheider entfernt werden – Letzteren möglichst täglich prüfen und gegebenenfalls entleeren, um Korrosion in der Druckluftanlage sowie im Eintreibgerät zu verhindern.
GERÄTEWAHL
Die Geräteentscheidung ist letztlich von der Nutzung und dem Aufgabenfeld abhängig. Benötigt man nur wenig Bewegungsfreiheit und wenn bereits eine Druckluftzufuhr – stationär oder mobil – vorhanden ist, ist ein Druckluftnagler die passende Wahl. Jedoch ist hierbei der Radius beschränkt und der Kompressor muss bei Bedarf nachgezogen und der Schlauch im Blick behalten werden. Sind neben der Stärke vor allem auch Flexibilität und Komfort wichtig, stehen ebenso leistungsfähige Gasnagler zur Verfügung. Mit ihnen arbeitet man häufig leiser und entgeht außerdem der Stolpergefahr durch Schlauchgewirr, da weder Kabel noch Schlauch erforderlich sind. Das sorgt für Sicherheit auf der Baustelle und man spart zusätzlich Zeit, Rüstkosten und Stauraum.
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