Teil I: Meister direkt nach der Lehre
Wer bin ich eigentlich?
Ich bin 21 Jahre alt, habe 2017 mein Abitur gemacht und meine Ausbildung zum Zimmerer habe ich im letzten Jahr erfolgreich abgeschlossen. Schon zu diesem Zeitpunkt war für mich klar, es geht direkt weiter. So kam es dann auch zur Anmeldung für den Meisterkurs. Entscheidend war für mich einfach, dass ich meinen Wissensstand enorm erweitern und auch eine Grundlage für führende Positionen schaffen wollte. Der Meistertitel steht für Qualität und befähigt, die nächste Generation Zimmerer auszubilden.
Der Meister direkt nach der Lehre
Da ich schon so früh nach der Gesellenprüfung diesen Schritt gegangen bin, gab es immer mal wieder kritische Stimmen. Dazu möchte ich nur sagen, dass ich prinzipiell auch eher der Meinung bin, man sollte vor der Meisterschule noch etwas Erfahrung sammeln umso auch als Meister ernst genommen zu werden. Doch dabei sollte man beachten, dass nur die Anzahl der Gesellenjahre an sich nicht ausschlaggebend ist wie viel Erfahrungen man sammelt. Bei mir kam es zum Ende der Ausbildung zu gesundheitlichen Ausfällen meines Senior-Chefs und meines Altgesellen, und das in einem recht kleinen Team in einer eher stressigen Phase. So kam es dann, dass ich postum voll in der Verantwortung war, das ganze Team hat in dieser Phase gezeigt was möglich ist, wenn alle zusammenhalten. Ich habe zum Teil Baustellen komplett geleitet und dazu noch den ganzen Sommer alleine den Abbund mit der Hundegger in der Halle organisiert. Das war eine für mich eher schwierige Phase, die mich zwar viel gefordert hat, aber mir auch extrem viel gebracht hat und deswegen bin ich einfach nur dankbar, dass mir diese Verantwortung so übertragen wurde und das nötige Vertrauen von Grund auf vorhanden war. In dieser Phase habe ich dann nochmal gemerkt, dass ich einfach genau der Typ dafür bin Verantwortung zu übernehmen, zu organisieren und zu führen. Das hat meinen Entschluss natürlich bekräftigt und deswegen bin ich jetzt hier in Kassel. Auschlaggebend war natürlich auch die Tatsache, dass ich in einer Handwerker-Familie aufgewachsen bin und ich bei meinem Vater (Dachdecker) schon in ganz jungen Jahren aufm Dach gesessen habe. Gewisse Grundkentnisse waren von vorneherein gegeben, der Bezug zum Handwerk war da.
Auftreten ist entscheidend
Natürlich darf man als junger Meister dann nicht den Fehler machen und sich so aufspielen, als wäre man der allmächtige Zimmermann, gerade in Sachen handwerklicher Fingerfertigkeit und beim Einschätzen gewisser Situationen macht einem fast jeder Altgeselle wahrscheinlich noch was vor. Aber so ist es immer, man lernt nie aus! Man sollte trotzdem eine gewissen Autorität ausstrahlen, mit Fachwissen glänzen (im richtigen Maß) und sich auch auf keinen Fall kleinreden lassen. Die nötige Erfahrung baut man dann auf dem Fundament eines breiten Wissensspektrums immer weiter auf.
Würde ich es empfehlen den Meister quasi direkt nach der Ausbildung zu machen?
Grundsätzlich würde ich sagen, das sollte jeder für sich selbst entscheiden. Man sollte sich mit einer gesunden Selbstkritik hinterfragen: Bin ich bereit dazu zu führen? Traue ich mir zu, einen Lehrling auszubilden? Habe ich das gewisse Auftreten, welches ein Meister haben sollte? Und so weiter… Meiner Meinung nach spielen da viele Faktoren eine Rolle, das Ganze nur auf die Anzahl der Gesellenjahre runter zu brechen finde ich den falschen Ansatz, von daher begrüße ich auch die Abschaffung der Gesellenjahre. In jungen Jahren lässt es sich bekanntlich besser lernen und diese Möglichkeit des beruflichen Aufstiegs lockt wieder eine Menge junger Leute ins Handwerk, die dadurch einen recht schnellen Weg zur Selbstverwirklichung und einer eventuellen Selbstständigkeit sehen.
Trotzdem immer dran denken: Meisterbrief haben und Meister sein, sind zwei ganz verschiedene paar Schuhe!
Wenn ihr mehr über mich erfahren wollt schaut in mein Profil hier oder bei Instagram (@zimmerer_fuchs) vorbei.

Servus Georg, danke erstmal! Natürlich kann ich Kassel empfehlen, war da wirklich sehr sehr zufrieden und würde immer wieder dorthin gehen. Die Kompetenz ist wirklich klasse dort, ist niht umsonst das Bundesbildungszentrum. Dementsprechend kann ich auch Vollzeit nur empfehlen, dann bleibt man drinne und kann es einfach durchziehen!
Bei weiteren Fragen einfach melden, Grüße
Hallo Marvin, hört sich gut an was du schreibst, bin da voll bei dir 👍
Möchte auch den Zimmerermeister machen. Weiß aber noch nicht ob in Voll- oder Teilzeit. Und dann wäre da noch die Frage, wo ?
kannst du Kassel empfehlen?