Wohin geht der Trend beim Bauen?
Wohin geht der Trend beim Bauen?
Eines steht fest: Der Neubau-Boom flacht gerade ab, weniger Neubauten entstehen derzeit. Doch was auf hohem Niveau seit vielen Jahren sehr stabil läuft, ist die Sanierung und Modernisierung von Wohnhäusern. Ein riesiges Marktpotenzial, von dem der Zimmerer auch in Zukunft noch profitieren kann, wenn er bereit ist, gewerkübergreifend zu arbeiten und seine Kunden umfassend zu beraten.
Davon ist Matthias Menne, Vorstand bei EINER.ALLES.SAUBER:, überzeugt. Er weiß, wovon er spricht. Das Partnersystem gibt es seit 2001. Derzeit gehören ihm 85 Partnerbetriebe in ganz Deutschland an. EINER.ALLES.SAUBER. ist seit seiner Gründung 1995 auf die Sanierung und Modernsierung von bewohnten Ein- und Zweifamilienhäusern spezialisiert. Ein Großteil der Partner sind Zimmerer- und Holzbaubetriebe. Im Interview schildert Matthias Menne, wo die Reise die nächsten Jahre hingehen könnte.
Interview
Zimmerer Treffpunkt: Herr Menne, die Menschen bauen weniger neu. Wird daher jetzt mehr saniert? Ist das der nächste Boom?
Matthias Menne: Auch bei uns in der Sanierung und Modernisierung wird derzeit viel überlagert von der wirtschaftlichen Situation. Wir haben es ebenso mit den bekannten Problemen wie dem Fachkräftemangel und den gestiegenen Materialpreisen zu tun. Dennoch verzeichnen wir noch keinen Rückgang der Anfragen für Eigenheimmodernisierungen und -sanierungen. Unser Geschäft läuft auf sehr hohem Niveau stabil und momentan ist auch noch kein Einbruch erkennbar. Der Grund dafür ist, dass zu unserer Kundschaft ausnahmslos die Besitzer der Ein- und Zweifamilienhäuser, also Privatpersonen gehören. Es sind also keine Investoren oder Bauträger. Bei diesen Kunden ist oft Eigenkapital vorhanden, um den Hausumbau zu stemmen, oft werden die Projekte ganz ohne Bankkredit, komplett aus Rücklagen finanziert.
Der Markt ist riesig. Laut aktueller Studien sind zwei Drittel aller Bestandsimmobilien in Deutschland sanierungsbedürftig, davon sind selbstverständlich auch die vielen Millionen Ein- und Zweifamilienhäuser betroffen, die in den 50er bis 80er Jahren entstanden sind. Ein neuer Mega-Boom ist die Sanierung dieser Häuser somit nicht, aber es sieht aktuell nicht nach einem massiven Einbruch aus. Unsere Partnerbetriebe haben zudem Vorlaufzeiten bis zu einem Jahr. Wir rechnen jedoch damit, dass die Interessenten in Zukunft bei der Ausstattung ihres Wohntraumes den ein oder anderen Abstrich machen, um die gestiegenen Baukosten und das höhere Zinsniveau auszugleichen..
Zimmerer-Treffpunkt: Welche Aufgaben und welche Herausforderungen kommen auf den Zimmerer zu, wenn er sich in diesem spannenden Markt einen Namen machen möchte?
Matthias Menne: Als Zimmerer muss man in diesem Bereich bereit sein, über den Tellerrand seines Gewerks hinauszublicken und dem Kunden eine aus einer Hand organisierte Lösung anzubieten Der Kunde sucht eigentlich ja keinen Zimmerer, Elektriker oder Fliesenleger. Er sucht eine Lösung für sein dringendes Problem oder die Erfüllung eines lang gehegten Wohntraumes. Das bringt es mit sich, dass mehrere Gewerke miteinander koordiniert werden müssen, womit Laien verständlicherweise überfordert sind.
Der Zimmerer kann hier wie ein Generalunternehmer auftreten. Er muss sein lokales Netzwerk nutzen, andere Handwerksbetriebe mit ins Boot holen, und die Arbeiten auf der Baustelle koordinieren. Mein Tipp ist es, sich dabei die Kooperationspartner gut auszusuchen und bei ihnen auf hochwertige handwerkliche Qualität zu achten. Die Kunden sind durchaus bereit, für ein solches Komplettangebot einen fairen und oft höheren Preis zu zahlen. Sie honorieren es, dass sie sich um nichts kümmern müssen und dass sie sich über eine reibungslose Baustelle und ein tolles Endergebnis freuen können. Für die meisten Menschen ist eine Haussanierung nach dem Hauskauf die größte Investition in ihrem Leben und sie legen Wert darauf, dass ihrem Eigentum mit Respekt begegnet wird.
Die Eigenheimsanierung ist im Gegenzug dann aber ein durchaus lohnendes Geschäft. Neben den zu erzielenden höheren Stundensätzen ist die Auftragshöhe durchaus ansehnlich. Eine Auswertung unserer Onlineanfragen hat ergeben, dass sich die durchschnittliche Anfragehöhe bei ca. 130.000 EUR bewegt. Anfragen über weit höhere Summen sind keine Seltenheit. Wenn der Zimmerer es also schafft, das Vertrauen dieser Zielgruppe zu gewinnen und sich mit anderen Gewerken zu vernetzen, dann hat er einen unglaublich großen Markt vor sich. Dann ist er sozusagen der „König“.
Zimmerer-Treffpunkt: Gibt es aktuell auch Arbeiten für Zimmerer, die weniger werden?
Matthias Menne: Ja, durchaus. Die EINER.ALLES.SAUBER-Partnerbetriebe, die neben der Eigenheimsanierung noch andere Geschäftsbereiche haben, schildern, dass bei Ihnen komplette Neubauprojekte oder Einzelaufträge wie z.B. Dachstuhlbestellungen verschoben oder komplett storniert wurden.
Zimmerer-Treffpunkt: Was ist die Aufgabe von EINER.ALLES.SAUBER. in der Gegenwart und in der Zukunft?
Matthias Menne: Wir möchten zum einen unsere bestehenden Partner weiterhin erfolgreich machen und sie gut durch die Zeit bringen. Zum anderen soll unser Netzwerk aus Betrieben , die auf dem Gebiet der Ein- und Zweifamilienhaussanierung tätig sind, weiter wachsen indem wir neuen Partnern helfen, sich eindeutig am Markt zu positionieren und unter der gemeinsamen Dachmarke als der lokale Spezialist für die oben genannte Ziegruppe aufzutreten.
Wir schulen und betreuen unsere Partnerbetriebe und nehmen ihnen außerdem wichtige Dinge wie das Marketing oder Internetauftritt ab. Wir begleiten sie bei der Spezialisierung und sorgen dafür, dass sie im Internet h auffindbar sind. Interessenten googeln in der Regel ja nicht nach „Zimmerei“. Sie suchen Problemlösung wie „Hausanbau“, „Hausumbau“ oder „Modernsierung“. Unter solchen Schlagworten müssen Unternehmen auftauchen. um heutzutage erfolgreich zu sein. Eine vertrauenserweckende Marke als Ergänzung zum eigenen „guten Namen“ hilft hier enorm. Unserer Gruppe aus Meisterbetrieben ist es gelungen, in den letzten Jahren über 5.000 positive Referenzen von zufriedenen Kunden zu erhalten. So etwas schafft zusätzliches Vertrauen und strahlt automatisch auf jeden einzelnen Partnerbetrieb ab. Wir sind insgesamt auf einem sehr guten Weg und freuen uns trotz der unsicheren Konjunkturlage auf die Zukunft.



