Die eigene Zimmerei in Namibia – So fing alles an
Nach seiner Ausbildung zum Zimmerer, die Christian Hess im Westerwald absolvierte, ging er als Freier Vogtländer auf Wanderschaft. Sein eigentliches Ziel war Chile. Gelandet ist er allerdings in Namibia.
Erstmal kehrte er aber wieder nach Deutschland zurück, um den Grundwehrdienst und die Weiterbildung zum Zimmerermeister zu absolvieren. Zwischenzeitlich verschlug es Christian jedoch immer wieder zurück nach Namibia. 2005 unternahm er eine große Motorradtour (s. Bild 3) durch fast ganz Afrika und lernte dabei das Land noch besser kennen und lieben.
Mafell-Erstausstattung und eine Portion Optimismus!
2007 kam dann die Entscheidung, sich in Windhoek/ Namibia selbständig zu machen. Ein anfangs nicht sehr leichtes Unterfangen, denn das Zimmererhandwerk, wie man es im deutschen oder europäischen Raum kennt, gibt es in Südafrika so nicht. Im Gepäck hatte Christian sein Wissen als Zimmerer, einige Mafell-Maschinen (s. Bild 4) und viel Optimismus. In einer kleinen Wohnung in Windhoek fing er an, Treppen zu bauen. (s. Bild 5)
Wenig später erhielt er in einem Gewerbegebiet einen Platz mit vier Containern. „Alles noch sehr rustikal – ohne fließend Wasser und ohne Toilette,“ erzählt Christian im Interview. Das erste Jahr war hart, weil der Kundenstamm für Zimmereiarbeiten noch nicht in der Form vorhanden war. Christian hielt sich aber mit dem Verlegen von Laminat und einfachen Zimmermannsarbeiten über Wasser.
Fußfassen mit deutscher Zimmermannskunst in Südafrika
2008 sollte er schließlich ein Angebot für die Wiederherstellung von zehn Gauben einer niedergebrannten Sporthalle aus der Kolonialzeit erstellen. Christian nutze die Chance, nahm vom ganzen Gebäude Maß, kalkulierte den gesamten Dachstuhl und gab ein Angebot ab. Er hatte Erfolg damit und erhielt den Zuschlag für den Dachstuhl, inklusive der Gauben (s. Bild 6).
Dieser Dachstuhl mit runden Bögen und bis zu 15 Metern Spannweite, war zu der Zeit noch eine Herausforderung für ihn und seine damals vier Mitarbeiter. Denn sie hatten kaum Maschinen vor Ort und verwendeten für diesen Dachstuhl ca. 80 m³ Holz aus Südafrika. Die Beschaffenheit der in Südafrika gewachsenen Radiata ist nicht vergleichbar mit Hölzern wie Fichte, die wir hierzulande meist für Dachstühle etc. verwenden. Doch sie schafften es. Und weil die Baustelle direkt an der Hauptstraße gelegen war, konnte es keine bessere Werbung für seine Firma sein.
Danach erhielt Christian den Auftrag für eine Hausaufstockung von einem ebenfalls in Namibia lebenden Deutschen. Dazu musste der Dachstuhl neu gemacht werden. Zum ersten Mal importierte der Zimmerermeister KVH aus Deutschland.
„Ich hatte damals einen Deal mit dem Kunden gemacht, dass wir zwei Container KVH einkaufen und der Kunde die Finanzierung übernimmt. Ich war damals finanziell schwach, ich hatte nichts,“ erzählt Christian von den Anfängen seiner Zimmerei in Namibia. Zwei Container wurden geliefert – den nicht verbauten Rest des KVHs kaufte Christian dem Kunden zum Einkaufspreis ab und verbaute es bei anderen Baustellen. So gelang es ihm, seine Firma erstmals auf solide Beine zu stellen. Der wirkliche Startschuss für Holzbau Hess in Namibia.
Wie es weitergeht mit Holzbau Hess in Namibia und welche Unterschiede es zum Holzbau in Deutschland gibt, lest ihr demnächst im Blog.
Bild 1: Christian Hess auf der Baustelle in Windhoek
Bild 2: Christian Hess in seinem Büro (heute)
Bild 3: 2005 Motorradtour durch Afrika
Bild 4: Mit diesen Maschinen startete Christian Hess seine Zimmerei in Windhoek
Bild 5: Eine Treppe entsteht, damals noch in seiner Wohnung
Bild 6: Der erste große Auftrag - Ein Dachstuhl für eine Sporthalle
Bild 7: Vorfertigung der Hölzer für den Dachstuhl zu den Anfangszeiten














Guten Morgen .Ich war mit Christian zusammen in der Lehre in der überbetrieblichen Ausbildung. Ein Pfundskerl. Sag ich euch!!!!
Fixe schenigelei! MkGuH eFb Manko