Fachthemen
Zimmerer - Treffpunkt
06.09.2022

Die eigene Zimmerei in Namibia – So fing alles an

Wer dem Zimmerer-Treffpunkt folgt, hat sicher bereits das ein oder andere Mal ein Foto von Holzbau Hess aus Namibia bestaunen können. Wir haben mit dem Firmeninhaber Christian Hess über seine Auswanderung, die Zimmerei in Namibia und sein Leben dort gesprochen. Die spannende Story lest ihr hier im Blog!
null
null
null
null
null
null
null

Nach seiner Ausbildung zum Zimmerer, die Christian Hess im Westerwald absolvierte, ging er als Freier Vogtländer auf Wanderschaft. Sein eigentliches Ziel war Chile. Gelandet ist er allerdings in Namibia.  

Erstmal kehrte er aber wieder nach Deutschland zurück, um den Grundwehrdienst und die Weiterbildung zum Zimmerermeister zu absolvieren. Zwischenzeitlich verschlug es Christian jedoch immer wieder zurück nach Namibia. 2005 unternahm er eine große Motorradtour (s. Bild 3) durch fast ganz Afrika und lernte dabei das Land noch besser kennen und lieben.  

Mafell-Erstausstattung und eine Portion Optimismus! 
2007 kam dann die Entscheidung, sich in Windhoek/ Namibia selbständig zu machen. Ein anfangs nicht sehr leichtes Unterfangen, denn das Zimmererhandwerk, wie man es im deutschen oder europäischen Raum kennt, gibt es in Südafrika so nicht. Im Gepäck hatte Christian sein Wissen als Zimmerer, einige Mafell-Maschinen (s. Bild 4) und viel Optimismus. In einer kleinen Wohnung in Windhoek fing er an, Treppen zu bauen. (s. Bild 5)  

Wenig später erhielt er in einem Gewerbegebiet einen Platz mit vier Containern. „Alles noch sehr rustikal – ohne fließend Wasser und ohne Toilette,“ erzählt Christian im Interview. Das erste Jahr war hart, weil der Kundenstamm für Zimmereiarbeiten noch nicht in der Form vorhanden war. Christian hielt sich aber mit dem Verlegen von Laminat und einfachen Zimmermannsarbeiten über Wasser.  

Fußfassen mit deutscher Zimmermannskunst in Südafrika  
2008 sollte er schließlich ein Angebot für die Wiederherstellung von zehn Gauben einer niedergebrannten Sporthalle aus der Kolonialzeit erstellen. Christian nutze die Chance, nahm vom ganzen Gebäude Maß, kalkulierte den gesamten Dachstuhl und gab ein Angebot ab. Er hatte Erfolg damit und erhielt den Zuschlag für den Dachstuhl, inklusive der Gauben (s. Bild 6).  
Dieser Dachstuhl mit runden Bögen und bis zu 15 Metern Spannweite, war zu der Zeit noch eine Herausforderung für ihn und seine damals vier Mitarbeiter. Denn sie hatten kaum Maschinen vor Ort und verwendeten für diesen Dachstuhl ca. 80 m³ Holz aus Südafrika. Die Beschaffenheit der in Südafrika gewachsenen Radiata ist nicht vergleichbar mit Hölzern wie Fichte, die wir hierzulande meist für Dachstühle etc. verwenden. Doch sie schafften es. Und weil die Baustelle direkt an der Hauptstraße gelegen war, konnte es keine bessere Werbung für seine Firma sein.  

Danach erhielt Christian den Auftrag für eine Hausaufstockung von einem ebenfalls in Namibia lebenden Deutschen. Dazu musste der Dachstuhl neu gemacht werden. Zum ersten Mal importierte der Zimmerermeister KVH aus Deutschland.
„Ich hatte damals einen Deal mit dem Kunden gemacht, dass wir zwei Container KVH einkaufen und der Kunde die Finanzierung übernimmt. Ich war damals finanziell schwach, ich hatte nichts,“ erzählt Christian von den Anfängen seiner Zimmerei in Namibia. Zwei Container wurden geliefert – den nicht verbauten Rest des KVHs kaufte Christian dem Kunden zum Einkaufspreis ab und verbaute es bei anderen Baustellen. So gelang es ihm, seine Firma erstmals auf solide Beine zu stellen. Der wirkliche Startschuss für Holzbau Hess in Namibia.  

Wie es weitergeht mit Holzbau Hess in Namibia und welche Unterschiede es zum Holzbau in Deutschland gibt, lest ihr demnächst im Blog.  

Bild 1: Christian Hess auf der Baustelle in Windhoek 
Bild 2: Christian Hess in seinem Büro (heute) 
Bild 3: 2005 Motorradtour durch Afrika 
Bild 4: Mit diesen Maschinen startete Christian Hess seine Zimmerei in Windhoek 
Bild 5: Eine Treppe entsteht, damals noch in seiner Wohnung 
Bild 6: Der erste große Auftrag - Ein Dachstuhl für eine Sporthalle 
Bild 7: Vorfertigung der Hölzer für den Dachstuhl zu den Anfangszeiten

Nachricht schreiben
Kommentar schreiben
Kommentar schreiben
2 Kommentare
Markus Schütz
24.09.2022

Guten Morgen .Ich war mit Christian zusammen in der Lehre  in der überbetrieblichen Ausbildung. Ein Pfundskerl. Sag ich euch!!!! 

Manko
07.09.2022

Fixe schenigelei! MkGuH eFb Manko

Andere Beiträge in der selben Kategorie
RotoCampus: Wissensvermittlung mit Spaßfaktor
Automatik Nagler
ISOVER Broschüre informiert: Aktuelle Fraunhofer-Studie zu hydrothermischen Auswirkungen von Photovoltaik auf Steildächern
Innenfachwerk im Außenbereich verbauen
Das hat deine Kollegen interessiert
Der neue Lehrling 😅
Gerüst kippt um: Zimmerer stürzt mehrere Meter in die Tiefe
Gut vorbereitet ins erste Lehrjahr: Das PICARD Zimmerer Starter Set
Jetzt gewinnen: Taschenuhr „Hoch die Zimmererkunst“

Jetzt kostenlos Mitglied werden! Profitiere auch Du vom großen Netzwerk im Zimmerer-Treffpunkt. Registriere dich jetzt kostenlos und melde dich an. Als Zimmerer oder Zimmerin gehörst Du dazu!

Wer fleißig ist gewinnt: Posten, kommentieren und Bonuspunkte sammeln. Räume tolle Preise ab!

Mehr zum Bonussystem