Fachkraft für Lehmbau - Teil II
Warum Lehmbau?
Sicherlich stellt sich vielen noch die Frage, was man als Zimmerer mit Lehm zu tun hat? Warum macht man noch eine Weiterbildung in diesen Bereich rein? Ganz einfach: Holz und Lehm gehören schon seit Jahrhunderten zusammen und harmonieren erstklassig. Und das in allen Bereichen, egal ob in der Restaurierung von historischen Fachwerkgebäuden oder dem neuen Holzrahmenbau.
Für mich als Restaurator, der sich jetzt gerade in diesen Bereich selbstständig gemacht hat, eine klasse Ergänzung zum Holzbau Bereich. Sowohl um Arbeiten wie das Ausmauern von Gefachen mit Lehmsteinen oder auch mal einen Lehmputz bei Ausbau mitanzubieten, aber auch um mit Fachwissen in diesem Bereich beratend zur Seite zu stehen und Fachwerkrestaurierungen vollumfänglich begleiten zu können.
Der Kurs im Ahrtal
Vor gut vier Wochen habe ich euch im ersten Teil zu diesem Thema einen Einblick gegeben, wie und wo das Ganze stattfindet. Ein sehr besonderer und emotionaler Standort, der aber auch viele weitere Vorteile hatte. So haben wir nicht an Modellen geübt, sondern auf realen Baustellen unter eben realen Baustellenbedingungen. Das wäre so nicht möglich gewesen, ohne den Verein „AG Historisches Ahrtal e.V.“ und „BioSol OHG“. Hinter diesem dreiwöchigen Kurs steckten eine Menge Vorbereitung und Organisation, doch es hat sich gelohnt.
Drei Wochen gefüllt mit viel Theorie und noch mehr Praxis. Wandheizung, Lehmunterputz, -oberputz, -dekorputz sowie Mauerwerk, Gefache aus Strohlehm, Leichtlehmvorsatzschalen und und und. Am Ende der drei Wochen wurde es aber auch nochmal richtig Ernst, denn zu dieser Weiterbildung gehört auch eine Prüfung. Letztendlich wurden aber auch alle Kursteilnehmer mit positiven Ergebnissen belohnt und so dürfen wir uns jetzt Fachkraft für Lehmbau nennen.
Fazit: Ein Kurs den ich jedem der sich im Restaurierungs-Bereich bewegt oder Interesse am ökologischen Bauen hat, nur empfehlen kann. Es hat einen riesen Spaß gemacht und man hat wirklich viel mitgenommen. Ich bin gespannt, in welchem Ausmaß ich dieses Können und Wissen zukünftig auch auf meinen Baustellen anwenden kann und freue mich sehr darauf.
Die Idee, den Kurs im Katastrophengebiet an betroffenen Objekten, also auf realen Baustellen, durchzuführen, finde ich persönlich richtig stark. Das Ganze funktioniert aber auch nur, wenn die Organisation stimmt. Ein riesiges Dankeschön deshalb an dieser Stelle nochmal an „AG Historisches Ahrtal e.V.“ und „BioSol OHG“. Mich wird es auf jeden Fall nochmal ins Ahrtal ziehen!







