Was tun, wenn der Bauherr nicht zahlt?
Grundsätzlich gibt es nur eine einzige bombensichere Methode um zu verhindern, dass Bauherren nicht zahlen: 100% Vorkasse. Also erst dann überhaupt anfangen zu arbeiten, wenn das gesamte Gewerk bezahlt, und die Rechnungssumme auf dem eigenen Konto gutgeschrieben wurde.
100% Vorkasse in der Praxis
In der Realität lässt sich die komplette Vorauszahlung dagegen kaum umsetzen: Bauvorhaben sind in der Regel fremdfinanziert und viele Gewerke werden erst nach der Fertigstellung über Auszahlungsanweisungen an den jeweiligen Baufinanzierer bezahlt. Andererseits bedeuten 100 % Vorkasse auch einen echten Wettbewerbsnachteil. Kunden werten die Regelung womöglich als Misstrauen und fühlen sich vorverurteilt. Dann erhalten Mitbewerber den Zuschlag, die auf eine andere Zahlungsregelung setzen.
Alternativen zur Vorkasse
Einen guten Mittelweg bieten Abschlagszahlungen: z. B. 30 % bei Auftragserteilung, 30 % bei Anlieferung und Baustelleneinrichtung und 40 % bei Fertigstellung. Das entspricht dann einer Leistung „Zug um Zug“, wie es im Juristendeutsch heißt. Die Zimmerei muss Materialien nicht vorfinanzieren, weil die Bestellung erst bei Zahlungseingang des ersten Abschlags ausgelöst wird. Zugleich haben es Bauherr, die es bekanntlich immer eilig haben, selbst in der Hand, wie zügig ihr Dachstuhl in die Produktion geht. Ein faires Modell, von dem alle Seiten profitieren und das zu Recht beliebt ist.
Stringenz im Forderungsmanagement und Inkasso
Anders sieht es aus, wenn Forderungen tatsächlich ausfallen. Wenn also die Leistung vollständig erbracht wurde, die Zahlung aber auf sich warten lässt. Die erste Reaktion ist dann meist eine Zahlungserinnerung im Rahmen des betrieblichen Mahnwesens. Bleibt auch diese erste Mahnung unbeachtet, stellt sich die Frage, wie es dann weitergehen soll.
Inkassodienstleister und Spezialisten im Forderungsmanagement raten immer dazu, lediglich eine einzige betriebliche Mahnung zu schicken und die Angelegenheit nach dem Verstreichen der Nachfrist an einen spezialisierten Dienstleister abzugeben. Offene Posten sind nämlich nach spätestens 30 Tagen in Verzug und können dann ohne weiteres zur Beitreibung beauftragt werden. Bei kürzeren, selbst gewählten Zahlungsfristen tritt der Verzug sogar eher ein.
Die Realisierungsarbeit selbst funktioniert im Inkasso dabei kostenneutral: Alle entstehen Kosten, wie z. B.. für Ermittlungsarbeiten, aber auch die gesetzlichen Inkassogebühren gehen als sog. Verzugsschaden zu Lasten des Schuldners, sprich des säumigen Kunden. Das professionelle Forderungsmanagement funktioniert dann in mehreren Stufen, die immer das Ziel haben, die offene Forderung zu realisieren und an den Gläubiger (die Zimmerei) auszubezahlen.
Statistisch wird über die Hälfte aller Forderungen, die ins Inkasso übergeben werden, im vorgerichtlichen Stadium realisiert. Es dauert in Schnitt maximal acht Wochen, bis solche Forderungen ausbezahlt werden.
Betriebliches Forderungsmanagement
Einen guten Anteil zur rechtzeitigen und reibungslosen Bezahlung können Zimmereien ohne Weiteres selbst beisteuern. Mit der folgenden Checkliste lässt sich das Ausfallrisiko minimieren und Forderungen werden deutlich zuverlässiger bezahlt:
- Vereinbaren Sie faire Abschlagszahlungen
- Stellen Sie Rechnungen möglichst zügig
- Setzen Sie kurze, aber realistische Zahlungsziele (z. B. 10 Werktage)
- Beachten Sie Bearbeitungszeiträume bei Überweisungen zwischen unterschiedlichen Bankengruppen
- Schicken Sie, wenn nötig, eine einzige betriebliche Mahnung (Zahlungserinnerung)
- Weisen Sie in der Mahnung freundlich darauf hin, dass die Forderungssache bei erneutem Versäumnis der Nachfrist an einen bestimmten Inkassodienstleister geht (mit dem Sie sie im Vorfeld schon eine Kooperation vereinbart haben)
- Scheuen Sie die Übergabe ins Inkasso nicht – heute geht es im Inkasso vor allem darum, faire Zahlungslösungen zu finden
Stringenz im eigenen Mahnwesen, eine tragfähige Strategie, um Forderungsausfälle zu vermeiden und eine zielführende Zusammenarbeit mit einem passenden Dienstleister im Inkasso stellen Zimmereien solide auf, um das Risiko von Zahlungsausfällen abzufedern!
Bilder: Jan Torben Schnurr, Stock




Da ich erst eine kleine Firma habe und auch schon Kunden habe die nicht zahlen wollen werde ich für Material nur noch Vorauskasse verlangen. Funktioniert such gut. Da das Material dann 2 Tage später bei den Kunden ist.