Die Wiedergeburt eines Jahrhunderte alten Blockholzhauses
In einem schönen verschneiten Winter Schwedens begann mein faszinierender Weg 2010 in den Holzhausbau. Gemeinsam mit anderen geschickten Zimmerern stand ich vor der Herausforderung, ein über 100 Jahre altes Blockholzhaus abzubauen. Unser Ziel war es, dieses historische Juwel weiter im Norden Schwedens wieder auferstehen zu lassen.
Während dieser Zeit lebten wir, eine Gruppe von fünf, in einem benachbarten Blockholzhaus. Die Atmosphäre dort war bezaubernd, die Luft rein und erfrischend, obwohl wir fünf Mann im Haus waren. Unsere Zeit dort beinhaltete auch die wohltuende Wärme der Sauna im Keller, gefolgt von einem Sprung in den glitzernden Schnee – ein Ritual, das uns inmitten unserer harten Arbeit belebte.
Doch der Fokus lag auf dem eigentlichen Haus, das wir mit Hingabe auseinander nahmen und akribisch für den Umzug vorbereiteten. Es war ein Augenblick der Erleuchtung für mich, als mir klar wurde, dass ein über ein Jahrhundert altes Gebäude keineswegs Abfall ist und auch nicht beinhaltete, sondern vielmehr eine reiche Geschichte in sich trägt und wieder errichtet werden kann. Dieser Erkenntnis folgte ein eindringlicher Kontrast, als wir den kleinen, modernen Windfang des Hauses demontierten.
Dieses winzige Element bestand aus Glaswolle, Gipskarton und Folie, beanspruchte nur einen Quadratmeter Raum und stellte sich als eine Herausforderung dar, diese Materialien auf dem Wertstoffhof entsorgen zu müssen. Dabei wurde mir bewusst, dass diese modernen, langlebigen Materialien keine zweite Chance auf Wiederverwendung hatten und wahrscheinlich ihr Dasein unter der Erde oder in verlassenen Stollen fristen würden.
Dieses Erlebnis brachte mich zum Nachdenken über das Design und die Materialwahl beim Bau von Häusern. Im Gegensatz dazu war das Holz, aus dem das Haus einst erbaut wurde, frei von derartigen Überbleibseln. Es erzählte eine Geschichte vergangener Zeiten und erstrahlte in seiner zeitlosen Schönheit. Heute beherbergt dieses Holz wieder eine glückliche Familie in Schweden.
Dieses eindringliche Erlebnis war der Funke, der meine Leidenschaft für den Holzhausbau entfachte. Über eine beträchtliche Zeitspanne hinweg arbeitete ich Hand in Hand mit erfahrenen Zimmerleuten und war an der Errichtung verschiedenster Holzhäuser beteiligt. Ob es nun der ökologische Ständerbau oder das faszinierende Holz100 Haus war – jeder Schritt in diesem Prozess erweiterte nicht nur mein handwerkliches Können, sondern vertiefte auch mein Verständnis für die Bedeutung nachhaltiger Baustoffe und umweltbewusster Bauweisen.
Es ist erstaunlich zu sehen, wie diese Häuser aus vergangenen Epochen nicht nur restauriert werden, sondern auch neue Geschichten beherbergen und Menschen ein gemütliches und nachhaltiges Zuhause bieten können. Diese Reise hat mich gelehrt, dass Holz nicht nur ein Baumaterial ist, sondern ein Symbol für Beständigkeit, Schönheit und Nachhaltigkeit darstellt – ein Wegweiser für die Zukunft des Bauens und Lebens.
zünftige Grüße
Silvan Hoffmann





















