Dicht ist Pflicht! - Bausubstanz schützen und Energie sparen mit dem richtigen Luftdichtheits- und Feuchteschutzsystem
OSB-Platten für Feuchteschutz und Luftdichtheit
Eine ausreichende Luftdichtheit kann je nach bauspezifischen Gegebenheiten zum Beispiel mit der Verlegung von OSB3- oder OSB4-Platten hergestellt werden. Dabei ist insbesondere wichtig, dass
- OSB-Platten gewählt werden, die ausreichend luftdicht sind (nicht alle Platten erreichen eine zufriedenstellende Luftdichtheit, vgl. Nusser/Bednar: „Nicht ganz dicht“, Holzbau Quadriga, 04/2017),
- die Plattenstöße zuverlässig verklebt und
- alle Anschlüsse an massive Bauteile entsprechend abgedichtet werden.
Die Oberflächenbeschaffenheit einiger OSB-Platten macht eine Klebeverbindung prinzipiell schwierig. Daher ist eine Probeverklebung sinnvoll, denn es muss sichergestellt sein, dass die Klebebänder dauerhaft auf den OSB-Platten haften. Zudem ist darauf zu achten, dass die Klebebänder später bei der weiteren Bearbeitung der Rauminnenwände keinesfalls beschädigt werden dürfen. Ist mit Bauteilbewegungen zu rechnen, empfiehlt sich der Anschluss mit einer luftdichten Folie, die mit einer Entlastungsschlaufe verlegt wird. So bleibt die Luftdichtheit auch bei leichten Bauteilbewegungen erhalten.
Ein Problem bei der Verwendung von OSB-Platten als luftdichte Ebene besteht immer dann, wenn sich Restfeuchte, etwa durch abtrocknendes Bauholz, in der Konstruktion befindet. Die Platten sind diffusionsbremsend und behindern so die Rücktrocknung. Die Feuchtigkeit kann in diesem Fall nur in einem sehr geringen Maß in die Innenräume abgegeben werden, verbleibt also ggf. langfristig im Bauteil. Die Folge können Feuchteschäden an der Bausubstanz bis hin zu Schimmelbildung sein. Darüber hinaus reduziert Feuchte natürlich auch die Leistungskraft der verlegten Dämmschicht.
Feuchtevariable Dampfbremsen für den Feuchteschutz - die Diffusion wird planbar
Ohnehin sollten Dämmung und luftdichte Ebene grundsätzlich zusammen betrachtet werden. Große Sicherheit bietet deshalb die Kombination von diffusionsoffenen Dämmstoffen mit Luftdichtheitssystemen, die auf feuchtevariablen Dampfbremsen basieren. Beides sorgt im Zusammenspiel dafür, dass Feuchte aus dem Bauteil zuverlässig entweichen kann.
Das Wirkprinzip einer solchen Dampfbremse beziehungsweise Klimamembran ist dabei so einfach wie verblüffend. Die meisten Folien, wie etwa die Membranen aus dem Vario® Luftdichheits- und Feuchteschutzsystem von ISOVER, bestehen aus dem Kunststoff Polyamid. Dieser ist hygroskopisch, das heißt er ist „wasseranlagernd“. Damit ist gemeint, dass die Folie bei zunehmender Luftfeuchte Wassermoleküle aus der Luft in ihrer Kunststoffstruktur einlagert. Durch die Einlagerung der Moleküle wird die Kunststoffstruktur der Folie geringfügig geöffnet, sodass andere Wassermoleküle jetzt einfach „hindurchschlüpfen“ können. Die eingelagerten Moleküle wirken also wie ein „Schmiermittel“. Sinkt die Luftfeuchte, werden die Wassermoleküle an die Luft abgegeben und die Folie wird wieder geschlossener. Der Feuchtegehalt in der Folie gleicht sich also stets dem Feuchtegehalt der Luft an. Mit diesem feinen Öffnen und Schließen verändert sich der Diffusionswiderstand der Folie.
Diese Funktion machen sich die Klimamembranen von ISOVER zu nutze. Im Winter ist die mittlere Luftfeuchte an der Folie klein – an der Außenseite hat die Außenluft eine geringe absolute Luftfeuchte, an der Raumseite eine ggf. erhöhte, aber im Mittel ist sie so klein, dass die Klimamembranen diffusionsbremsend sind. Ist die Feuchte im Sommer sowohl auf der Innen- als auch auf der Außenseite erhöht, werden die Klimamembranen diffusionsoffen.
Das Wirkprinzip wird auch im Film zum Vario® Effekt anschaulich dargestellt.
Diffusion ist eine Folge von Druckdifferenzen des Wasserdampfes innen und außen: Bei einem großen Druckunterschied wird Wasserdampf durch die Bauteile hindurch transportiert. Diese Diffusion findet normalerweise im Winter von innen nach außen statt. Wieviel Feuchtigkeit dabei in die Konstruktion gelangt, hängt vom Diffusionswiderstand (sd-Wert) des Materials ab. Zwar tritt durch Diffusion im Winter auch bei einer variablen Dampfbremse eine kleine Menge Feuchtigkeit in das Bauteil ein, dies ist jedoch vorhersehbar und mit Hilfe einer intelligenten Dampfbremse einfach zu kontrollieren. Denn die Klimamembran steuert sowohl den Eintritt des Wasserdampfes als auch seinen Austritt aktiv. Hinzu kommt, dass die Zeit warmer Außentemperaturen in Mitteleuropa länger ist als die der winterlichen Kälte, sodass die Konstruktion im Jahresmittel ausreichend Zeit hat, vollständig auszutrocknen.
Feuchtevariable Dampfbremsen für die Luftdichtheit - auf die Systemkomponenten kommt es an
Die fachgerechte Ausführung der luftdichten Ebene ist also von entscheidender Bedeutung für den dauerhaften Schutz der Bausubstanz. Deshalb investiert ISOVER seit vielen Jahren in die kontinuierliche Weiterentwicklung seines Vario® Luftdichtheits- und Feuchteschutzsystems. Neben verschiedenen Klimamembranen umfasst das Sortiment eine Reihe von Dichtmassen und Klebebändern, zum Beispiel für den luftdichten Anschluss der Membranen an angrenzende Massivbauteile. Mit einer umfassenden Optimierung dieser Komponenten gestaltet ISOVER das Arbeiten mit dem Vario® Luftdichtheits- und Feuchteschutzsystem jetzt noch einfacher. Dank praxisorientierter Sortimentsstraffung und verbesserter Eigenschaften der einzelnen Produkte werden sowohl Beschaffungsaufwand und Lagerhaltung reduziert als auch vielfältigere Anwendungsarten ermöglicht.
Verbesserte Rezepturen für mehr Klebekraft und breiteres Anwendungsgebiet
So wurde beispielsweise die Rezeptur der pastösen Vario® DoubleFit Klebe-Dichtmasse grundlegend überarbeitet, was sich ab sofort nicht nur in der neuen Bezeichnung Vario® DoubleFit+ niederschlägt, sondern auch in einer nochmals verbesserten Klebekraft und Dauerelastizität. Die Dichtmasse eignet sich für die Innen- und Außenanwendung und erlaubt die Verarbeitung bei Temperaturen ab -5 °C bis +40 °C. Für zusätzliche Sicherheit – gerade auch auf Winterbaustellen – sorgt der neue Universal-Primer Vario® MultiPrime mit einer Frostbeständigkeit bis -25 °C. Der dauerklebrige Haftvermittler dient der Verbesserung von Untergründen und der Erhöhung der Klebekraft von Klebebändern und Dichtstoffen.
Apropos Klebebänder: Ebenfalls optimiert wurden die Produkteigenschaften der systemergänzenden Klebebänder wie dem Vario® MultiTape+ und Vario® MultiTape SL+. Neu ins Sortiment aufgenommen wurde das in Rollenform lieferbare Vario® ProTape+ zur Herstellung luftdichter Anschlüsse von Klimamembranen, Dampfbremsen und Unterdeckbahnen. Der doppelseitig selbstklebende Dichtstoff sorgt durch die Verarbeitung „von der Rolle“ für eine deutliche Zeitersparnis bei der Verlegung.
Sämtliche Informationen zu seinem Vario® Luftdichtheits- und Feuchteschutzsystem hat ISOVER unter www.isover.de/vario zusammengestellt.







