Fachthemen
Friedrich Ossenberg-Schule GmbH + Co KG
21.03.2022

Die häufigsten Fehler bei der Sturmsicherung am Steildach

Begutachtungen von Sturmschäden in den letzten Jahren zeigten Fehlerquellen bei Planung und Durchführung der Windsogsicherung. Sprechen wir deshalb heute über die häufigsten Fehler und deren Folgen, aber auch über Tipps, diese zu umgehen.
null
null
null
null
null
null
null
null
null

Die Fachregeln des ZVDH schreiben seit dem Jahr 2011 bei neuen Dacheindeckungen von Steildächern den Einsatz von geprüften Sturmklammern vor. Begutachtungen von Sturmschäden in den letzten Jahren zeigten Fehlerquellen bei Planung und Durchführung der Windsogsicherung. Eine nicht fachgerechte Sturmsicherung hat im Schadensfall weitreichende Konsequenzen für den Dachdeckerbetrieb.

Sprechen wir heute über die häufigsten Fehler und deren Folgen, aber auch über Tipps, die Fehlerquellen zu umgehen.

Auf Bild 1 ist der Sturmschaden sehr gut zu erkennen. Häufig werden einfach die Anforderungen an exponierte Lagen nicht beachtet. Wie die Erfahrung lehrt, gelten auch Gebäude, die laut Definition nicht exponiert liegen, allein schon wegen ihrer Bauweise als exponiert - z.B. Kirchen. Wird nämlich der Bereich um Kirchtürme herum bei der Windsogberechnung vernachlässigt, werden Dachpfannen durch Verwirbelungen häufig abgedeckt. Kirchen sollten daher grundsätzlich als exponierte Gebäude behandelt und die Windsogberechnung von einem Statiker durchgeführt werden.

Was, wenn die Bereiche um die Dachdurchdringungen nicht in der Windsogberechnung berücksichtigt werden? Da es in dem Bereich um Durchdringungen zu zusätzlichen Verwirbelungen des Windes kommt, ist die Lagesicherheit der Eindeckung besonders gefährdet und deshalb gegen Windlasten zu sichern.

Die Sturmsicherung ist nicht fachregelgerecht, wenn bei der Windsogberechnung des Daches Kamin und Gauben nicht berücksichtigt werden und die Eindeckung um Kamin und Gauben nicht gesondert gesichert wird. Der FOS Windcheck bietet die Möglichkeit, Dachdurchdringungen auf dem Dach maßgerecht zu positionieren. Das Verlegeschema in der Ergebnis-Datei gibt die notwendige Sicherung um diese Bereiche nach Fachregel an. (Bilder 2,3)

Sturmklammern, die für eine bestimmte Dachpfanne bestellt wurden, können nicht beliebig für andere Dachpfannen verwendet werden. Wenn die Windsogberechnung mit einer ausgewählten Sturmklammer erstellt worden ist, gelten die ermittelten Werte nur für diese Klammer-Dachpfannen-Kombination. Es ist nicht erlaubt, das Ergebnis auf ein anderes Befestigungsmittel oder einen anderen Deckwerkstoff oder eine andere Lattung zu übertragen. Änderungen an der Unterkonstruktion, dem Deckwerkstoff oder dem Befestigungsmittel erfordern eine neue, aktuelle Windsogberechnung. Auch bei Zeitdruck.

Beispielsweise ermittelt die Windsogberechnung die 456-203 als passende Klammer für das Objekt. Verwendet wird aber die 456-205, weil nur diese im Fachhandel vorrätig ist und die passende Klammer bestellt werden müsste. Da die Längendifferenz der beiden Klammervarianten 10 mm beträgt, sind die ermittelten Werte der Windsogberechnung nicht übertragbar und die Sturmsicherung ist nicht fachregelgerecht. Der FOS Windcheck liefert in wenigen Klicks den passenden Klammertyp und errechnet Verlegeschema, Bereichseinteilung und benötigte Stückzahl. (Bild 4)

Nicht fachregelgerecht ist die Sturmsicherung auch, wenn das Verlegeschema nicht beachtet wird. Beispiel: Statt jeder 2. Pfanne diagonal versetzt, wird jede 2. Pfanne spaltenweise verklammert. Zur Orientierung können Schnurschläge auf dem Dach angebracht werden. (Bild 5,6)

Es soll Menschen geben, die gerne mal Pauschallösungen umsetzen, anstatt sich an ein Schema zu halten. Bei der Sturmsicherung wäre das eine denkbar schlechte Idee. Werden Angaben für unterschiedliche Dachbereiche, wie z.B. für den Ortgang, ignoriert, und stattdessen das gesamte Dach mit 1:3 gesichert, ist die Sturmsicherung nicht fachregelgerecht. Solche Fehler lassen sich gut vermeiden, wenn man einen Ausdruck der FOS WindCHECK Windsogberechnung mit auf die Baustelle nimmt. (Bild 7)

Kleiner Tipp: Auf www.fos.de kann das Ergebnis-PDF im Windcheck-Archiv abgespeichert und jederzeit wieder abgerufen werden.

Zu guter Letzt gehen wir noch kurz auf einen Baustellenklassiker ein. Die Montageanleitungen bleiben unbeachtet. Die Seitenfalzklammer 452 wird nur in den Seitenfalz eingehängt, ohne die Länge anzupassen. Das Drahtende wird nicht eingeschoben, die Klammer sitzt zu locker und die errechneten Abhebewiderstände werden nicht erreicht. Die Folge ist eben eine nicht fachregelgerechte Sturmsicherung. (Bild 8,9)

Mit dem FOS WindCHECK und den richtigen Sturmklammern kann die fachregelgerechte Sturmsicherung so einfach sein. Wir von FOS stehen mit Rat und Tat zur Seite. Schauen Sie auf unserer Homepage www.fos.de vorbei und erfahren Sie dort alles über Windsogberechnung, Sturmklammern u.v.m.

Bild 1: Pyrawang, Österreich, Bildrechte: Ralf Bierwisch

Nachricht schreiben
Kommentar schreiben
Kommentar schreiben
0 Kommentare
Andere Beiträge in der selben Kategorie
RotoCampus: Wissensvermittlung mit Spaßfaktor
Automatik Nagler
ISOVER Broschüre informiert: Aktuelle Fraunhofer-Studie zu hydrothermischen Auswirkungen von Photovoltaik auf Steildächern
Innenfachwerk im Außenbereich verbauen
Das hat deine Kollegen interessiert
Der neue Lehrling 😅
Gerüst kippt um: Zimmerer stürzt mehrere Meter in die Tiefe
Gut vorbereitet ins erste Lehrjahr: Das PICARD Zimmerer Starter Set
Jetzt gewinnen: Taschenuhr „Hoch die Zimmererkunst“

Jetzt kostenlos Mitglied werden! Profitiere auch Du vom großen Netzwerk im Zimmerer-Treffpunkt. Registriere dich jetzt kostenlos und melde dich an. Als Zimmerer oder Zimmerin gehörst Du dazu!

Wer fleißig ist gewinnt: Posten, kommentieren und Bonuspunkte sammeln. Räume tolle Preise ab!

Mehr zum Bonussystem