Do's und Dont's bei der Dachbegrünung
Regel Nr. 1 – Wurzelfeste Abdichtung
Wenn Ihr ein Dach begrünen wollt, muss natürlich auch die Abdichtung passen. Das heißt, die Abdichtung musss unbedingt wurzelfest sein. Egal ob Bitumen- oder Kunststoffabdichtung, achtet auf jeden Fall darauf, dass die Abdichtung auf Wurzelfestigkeit nach FLL geprüft ist. Bei einem bestehenden Dach, das nicht von Euch abgedichtet wurde, fragt am besten beim Bauherren oder beim Architekten nach, ob noch Nachweise zur Abdichtung vorliegen. Wenn nicht, geht auf Nummer Sicher und macht das Dach auf jeden Fall zuerst Durchwurzelungssicher – andernfalls ist ein Schaden vorprogrammiert.
Regel Nr. 2 – Statik prüfen
Eine Dachbegrünung bedeutet immer auch eine erhöhte Anforderung an die Statik. Die sollte man keinesfalls unterschätzen. Allein die trockene Auflast durch das Pflanzsubstrat ist eine Menge zusätzliches Gewicht. Wenn dann auch noch Wasser dazukommt und sich die Drän- und Speicherelemente mit Waser füllen, spricht man von einem wassergesättigten Zustand. Das muss die Statik zusätzlich aushalten. Es empfiehlt sich, einen Fachmann hinzuzuziehen.
Regel Nr. 3 – Sauber arbeiten
Auch wenn es banal kling, ist sauberes Arbeiten ein sehr wichtiges Detail. Bevor das erste Element aufs Dach kommt, muss die Abdichtung unbedingt gereinigt werden. Die Abdichtungsbahn muss frei von Verschmutzung sein.
Regel Nr. 4 – Das richtige Pflanzsubstrat verwenden
Herkömmlicher Aushub oder Blumenerde eigenen sich nicht als Dachbegrünung. Sie sind nicht nur zu schwer, sondern speichern auch nicht ausreichend Wasser. Pflanzen, die bei der Dachbegrünung verwendet werden, müssen mit extremen Bedingungen auf dem Dach klarkommen. Deshalb kommen spezielle Dachsubstrate zum Einsatz, die größtenteils aus mineralischen und nur aus geringen organischen Anteilen bestehen. Diese spezielle Zusammensetzung garantiert eine bestmögliche Wasserspeicherung und optimale Wachstumsbedingungen.
Regel Nr. 5 – Zufahrt freihalten
Bei größeren Dachflächen erfolgt die Lieferung des Substrats häufig mit Silofahrzeugen. Das Substrat wird dann über Schläuche pneumatisch auf das Dach geblasen. Um hier einen reibungslosen Ablauf zu schaffen, muss die Zufahrt zur Baustelle unbedingt frei bleiben. Der Standplatz der Fahrzeuge soll eben und standfest sein.
Regel Nr. 6 – Pflanzen nicht sich selbst überlassen
Nicht selten wird der Fehler gemacht, dass das Dach nach der Fertigstellung sich selbst überlassen wird. Damit die Pflanzen aber möglichst schnell anwachsen können, muss die Substratschicht nach dem Bepflanzen gut eingewässert werden. Wenn das Dach in recht trockenen Zeiten wie Juli oder August angelegt wird, sollte in der Anwachsphase jeden zweiten oder dritten Tag gewässert werden. Ab dem Zeitpunkt, ab dem die Pflanzen angewachsen sind und sich etabliert haben, braucht man sich in der Regel keine Gedanken mehr um die Bewässerung zu machen. Allerdings sollte das Dach ein bis zweimal im Jahr begangen werden, um z. B. die Abläufe zu kontrollieren und unerwünschten Fremdbewuchs zu entfernen.
Das waren sie, die wichtigsten Regeln zur Dachbegrünung. Weitere Infos und Links findet Ihr im Video in der Videobeschreibung.