Die Bergwelt Kandel: Schlemmen und Heiraten umgeben von Weißtanne
Ein Neuanfang nach dem großen Feuer
2002 loderten die Flammen auf dem Kandel hoch in den Himmel. Das damals dort stehende Kandelhotel brannte fast vollständig ab, es blieb nicht mehr viel übrig. Die Ruinen standen fast 20 Jahre lang leer. Dies sollte sich ändern. Nur das Kellergeschoss konnte für den Neubau verwendet werden. Um das Gebäude hochzuziehen, sollten Rohstoffe aus der Region verwendet werden. Die Wahl fiel auf Weißtanne, die aus dem Umkreis von maximal 50 Kilometern kommt.
Wetter und Berg: Hier war der Zimmerer gefragt
Die Verantwortlichen der ausführenden Zimmerei sagen: Auf 1241 Metern aufzurichten, war eine große Herausforderung, da die Wetterverhältnisse mehr als schwierig waren. Man wurde laut der Erbauer jeden Tag von einer anderen Wetterlage überrascht und konnte sich nur schlecht darauf vorbereiten. Da die Bergwelt komplett aus Sichtholz besteht, mussten die Oberflächen bei Wind und Wetter geschützt werden. Dies gelang laut der Verantwortlichen nicht immer wie erhofft, dadurch entstanden viele nervenaufreibende Schleifarbeiten. „Genau das Richtige für unsere Zimmerer“, sagt aber die Fluck Holzbau GmbH. Bei den extremen Winterverhältnissen war die Anfahrt auf den Kandel für Lieferanten, gerade für LKWs, nicht machbar, was für bedeutete, dass man auf das Material warten mussten und es so zu Arbeitsverzögerungen kam.
Einblicke in den Bau mit Ausblicken
All das sieht man dem Bau aber nicht an. Es handelt sich dabei um eine Tragkonstruktion aus Brettsperrholz mit integrierten Holzstützen, teilweise in Sichtqualität Weißtanne, außenseitig mit 160mm Holzfaserdämmung, 40mm Hinterlüftung, Dura-Patina-Fassadenschalung Weißtanne, Pfostenriegel-Fassaden mit BSH in Weißtanne und Glasfassade mit Gutman-Lara-Profilen. Die Decke im Gastronomiebereich wurde mit tragenden Elementen von der Firma Lignotrend inklusive Akkustiklamellen in Weißtanne realisiert. Das Dach im Eventbereich wurde ausgeführt mit Lignotrend-Akkustikelementen zur Aussteifung der Dachscheiben. Die Montage erfolgte direkt beim Aufrichten. Die Decke im Eventbereich wurde mit Lignotrend-Akkustikelementen realisiert, welche nachträglich im Innenausbau montiert wurden.
Gebäude muss den schweren Schnee tragen
Nicht nur die Höhe stellte besondere Ansprüche an den Bau, auch der Schnee: Die hohen Lasten, welche von den Schneeverhältnissen auf dem Kandel kommen, werden über ein ausgeklügeltes Achsensystem auf den Bestandskeller abgetragen. Der Aufzugsschacht wurde in Brettsperrholzbauweise errichtet und innenseitig mit Fermacell einlagig beplankt.
Weißtanne: Ein ganz besonderer Rohstoff
Das regionale Holz, die Weißtanne, ist laut Fluck Holzbau genauso zu bearbeiten wie Fichte oder Tanne. Aber, ein paar wenige Unterschiede gibt es dann doch: Weißtanne besitzt mehr und dunklere Äste, ebenfalls ist die Maserung und die Farbgebung der Weißtanne unruhiger. Die sichtbaren Brettschichthölzer wurden bewusst mit dieser unruhigen Optik gewählt und verbaut. Als Kontrast dazu wurden die sichtbaren Brettsperrholzwandelemente, sowie die Lignotrend-Decken als astfreie Sichtoberfläche in Weißtanne ausgeführt. Durch diesen Kontrast entstanden eine moderne und gemütliche zeitlose Raumgestaltung und eine ganz besondere Atmosphäre, die die Gäste nun ausgiebig genießen können.
Fotos: Chris Keller Fotografie





















