Fachthemen
SAINT-GOBAIN ISOVER G+H AG
06.10.2021

Sommerlicher Wärmeschutz

Für Neubauten ist der Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes verpflichtend. Aber natürlich helfen die Erkenntnisse auch im Rahmen von Modernisierungen bestehender Gebäude, um die Bewohner im Sommer vor kritischen Innenraumtemperaturen zu schützen.
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Die Erde erwärmt sich und Temperaturrekorde gehören inzwischen auch in unseren Breitengraden fast schon zum sommerlichen Alltag. Waren in Deutschland Tage mit über 30 Grad Celsius vor einigen Jahrzehnten noch die Ausnahme, haben wir es heute mit Hitzewellen über etliche Tage oder sogar Wochen zu tun. Sommerlicher Wärmeschutz in Häusern, Wohnungen, Büros oder Betrieben wird damit immer wichtiger. Ziel ist es, Innenräume vor übermäßiger Aufheizung durch Sonneneinstrahlung zu schützen und für angenehme Wohlfühltemperaturen und ein behagliches Klima zu sorgen. Auch soll der Energieverbrauch durch technische Kühlmaßnahmen – Stichwort Klimaanlagen als „Energiefresser“ – möglichst geringgehalten werden. 

 

Die Voraussetzung: Dämmen nach GEG oder besser 

Grundlegend für den perfekten Wärmeschutz in der Sommerzeit – genauso wie für den Schutz vor winterlicher Kälte – ist die fachgerechte Dämmung des Gebäudes mindestens gemäß den Anforderungen des GEG sowie die Erstellung einer luftdichten und dampfbremsenden Ebene. Das gilt sowohl für Massivbauten als auch für Bauteile in Leichtbauweise. Denn je besser der U-Wert des Außenbauteils, desto weniger Hitze gelangt durch das Bauteil in den Innenraum. In den vergangenen Jahren tauchen jedoch immer wieder Behauptungen auf, dass die Auswahl des Dämmmaterials einen wesentlichen Einfluss auf die Wirksamkeit des sommerlichen Wärmeschutzes hätte. Eine Annahme, der inzwischen von mehreren unabhängigen Institutionen wie zum Beispiel dem FIW München widersprochen wurde. 

 

Welchen Einfluss hat die Wärmespeicherfähigkeit?

Anders als in den Wintermonaten, in denen die warmen Innenräume Tag und Nacht vor der kälteren Außenluft geschützt werden, kommt es im Sommer zu einer regelmäßigen, natürlichen Temperaturregulierung. Tagsüber heizen sich die Innenräume auf, Wärme wird in den oberflächennahen Schichten der Bauteile gespeichert. Nachts, insbesondere in der zweiten Nachthälfte, kühlt sich die Außenluft wieder ab, wodurch mit gezieltem Lüften der Innenräume die in den Bauteilen gespeicherte Wärme wieder abgegeben werden kann. 

Um die Temperaturen auch tagsüber nicht zu hoch werden zu lassen, macht es also Sinn, bei der Planung insbesondere die oberflächennahen Schichten der Bauteile im Blick zu behalten. Die hohe Wärmespeicherfähigkeit zum Beispiel von Putz oder Rigips Bauplatten kann Temperaturspitzen abfedern. Wärme wird tagsüber gespeichert und nachts durch Abkühlung wieder abgegeben. Dämmstoffe haben auf diese Prozesse allerdings einen kaum zu erwähnenden Einfluss, wie auch Experten immer wieder bestätigen. 

Die für den sommerlichen Wärmeschutz maßgebliche DIN 4108-2 sagt zur wirksamen Wärmespeicherfähigkeit: „Wirksam sind nur Bauteilschichten raumseits vor Wärmedämmschichten. Bei Außenbauteilen wirken sich außen liegende Wärmedämmschichtdicken und innen liegende wärmespeicherfähige Schichten in der Regel auf das sommerliche Raumklima aus.“ Spezialisten für die Berechnung des sommerlichen Wärmeschutzes nennen eine wirksame Schichtdicke von 2 bis 3 cm raumumschließender Bauteile – das entspricht zum Beispiel einer doppellagigen innenseitigen Beplankung aus Rigips Bauplatten in Verbindung mit einer äußerst geringen Restdicke des Dämmstoffs. Die Innenbekleidung hat somit einen deutlich größeren Anteil an der Wärmespeicherung als die Dämmung. 

 

Der U-Wert macht den Unterschied, nicht die Art des Dämmstoffs

Kurzum: Das Wärmespeichervermögen der verschiedenen Dämmstoffe hat keinen nennenswerten Einfluss auf den sommerlichen Wärmeschutz. Viel wichtiger ist es, mit einer ausreichend effektiven Dämmschicht einen möglichst niedrigen U-Wert (mindestens GEG-Anforderung) zu erreichen. So lässt sich die Hitze möglichst gut vom Innenraum fernhalten. Mit welchem Dämmstoff dieser U-Wert erreicht wird, spielt für den sommerlichen Wärmeschutz keine Rolle. Es ist also unerheblich, ob man auf nichtbrennbare Mineralwolle, vergleichsweise schwere Holzfaserdämmstoffe oder sonstige Systeme zum Beispiel aus PIR setzt. 

 

Wie lässt sich der sommerliche Wärmeschutz außerdem optimieren?

Neben dem U-Wert der Außenbauteile gibt es noch zwei wesentliche Stellschrauben für einen optimalen sommerlichen Wärmeschutz: Die Planung der Fenster und das Nutzerverhalten. Bei der Planung der Fenster lässt sich durch eine Optimierung der Anordnung und Größe einerseits und den Energiedurchlassgrad des Glases und eine gute äußere Verschattung anderseits das Aufheizen der Räume gezielt verringern. Wird der Nutzer zusätzlich noch sensibilisiert, die Fenster tagsüber verschlossen zu halten und den Außenrollladen zu schließen, dafür aber nachts zu lüften, sind die besten Voraussetzungen für angenehme Innentemperaturen auch im Sommer gegeben.  

Eine besonders anschauliche Darstellung des an sich gar nicht allzu komplizierten Wirkprinzips eines sommerlichen Wärmeschutzes hat Dämmstoff-Spezialist ISOVER in einem kurzen Video zusammengefasst: ISOVER-live-Video

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