Holzmarkt: Warum die Preise fallen und steigen
Weniger Nachfrage nach Holz
Hersteller und Händler merken derzeit einen deutlichen Auftragsrückgang. Handwerker bekommen wieder innerhalb weniger Wochen oder Tage ihre gewünschten Hölzer. BSH, KVH, Schnittholz und Latten sind wieder schnell verfügbar. Auch OSB ist wieder ohne Probleme erhältlich. Während im ersten Halbjahr die Preise fast wöchentlich gestiegen sind, gehen sie jetzt wieder nach unten. Noch im Juli haben manche Hersteller versucht die Preise weiter zu erhöhen, was vom Markt aber nicht mehr akzeptiert wurde. Damit die Produktion nicht still steht, müssen sie jetzt ihre lagernden Hölzer abverkaufen.
Ursachen für fallende Holzpreise
Aufgrund von Preissteigerungen und schlechter Verfügbarkeit haben sich Zimmereien und Händler im ersten Halbjahr die Läger vollgemacht. Fast schon aus einer Panik heraus, wurde regelrecht gehamstert. Das ist bereits seit Juli vorbei. Im August kamen dann die Betriebsurlaube und somit wurde sehr wenig Holz verarbeitet. Die Läger sind also voll, und das Holz muss jetzt erst einmal verarbeitet werden. Die weltweite Nachfrage insbesondere aus den USA nahm zudem deutlich ab. Seit Mai fiel dort der Preis für die typischen US-amerikanischen Standardhölzer "2-by-4" um zwei Drittel. Der starke Holz-Export nach Übersee ist also - zumindest kurzfristig - rückläufig.
Wann pendeln sich die Preise ein?
Bei Zimmereien, Händlern und Herstellern ist also mehr am Lager wie innerhalb kurzer Zeit verarbeitet werden kann. Zugleich liegt teure Ware in den Lägern, welche auch nicht günstiger verkauft werden will, wie sie eingekauft wurde. Deutlich festzumachende Marktpreise gibt es daher aktuell nicht und der Markt ist starken Schwankungen ausgesetzt. Sieht man aber, dass die Auftragsbücher bei vielen Zimmereien schon bis Jahresende voll sind, ist zu erkennen, dass noch viel Holz gebraucht wird. Der Bau-Boom reißt bei uns und auch im restlichen Europa, USA und China nicht ab. Deshalb könnte sich das Blatt wieder drehen, wenn die hohen Lagerbestände abgebaut sind. Die große Frage ist nun: Wann wird das soweit sein und bei welchen Preisen wird es sich einpendeln.
Langfristige Geschäftsbeziehungen zahlen sich aus
Man kann hoffen, dass sich der Holzpreis auf einem Niveau einpendelt, mit dem jeder gut leben kann. Bezahlbar für Bauherren, gut kalkulierbar für Handwerker, eine faire Spanne für Händler und Hersteller sowie ein vernünftiger Rundholzpreis für den Forst. Was man nicht vergessen sollte: Langfristige und gute Geschäftsbeziehungen haben sich in der Krise für Viele ausgezahlt. Treue Stammkunden wurden von Herstellern und Händlern - so gut es ging - zuverlässig weiter beliefert. Es lohnt sich wohl auch jetzt, denen die Treue zu halten, die die heimischen Zimmereien beliefert haben und nicht zu Höchstpreisen die USA. Die Weltmärkte haben uns gezeigt, wie schnell sich alles drehen kann.
