Baustelle
Naturtalente GmbH
08.09.2021

Enge Baustellenzufahrt und Großstadtverkehr

Enge Baustellenzufahrten sind für Zimmereien oft eine Herausforderung. Genauso wie der Großstadtverkehr und mangelndes Verständnis der Stadtbewohner. Mit selbstbewussten LKW-Fahrern und der nötigen Geduld, konnten wir diese Herausforderungen bereits gut meistern. Wie es uns auf unserer Brettsperrholz-Baustelle damit gegangen ist, erfahrt Ihr in diesem Blog.
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Wir – die Naturtalente GmbH, Zimmerei aus Grevenbroich – hatten 2020 die Ehre ein ganz besonderes Bauvorhaben in Hamburg realisieren zu dürfen. Viele Berufskollegen haben „nein“ gesagt, wir haben uns der Vielzahl an Herausforderungen gestellt und „ja“ gesagt!

„Nein, in diese Straße kann kein LKW vernünftig reinfahren!“

Wie oft haben wir diesen Satz gehört. Wir geben zu, die Straße in der das Bauvorhaben realisiert werden sollte, ist „sportlich“ um nicht zu sagen eng geschnitten. Bei der ersten Begehung durch uns stellten wir fest, dass zwei sich entgegenkommende normale PKW schon Probleme haben, aneinander vorbeizufahren. Wir waren uns aber sicher, wenn wir einen LKW-Fahrer finden, der sein Fahrzeug kennt wie seine Westentasche, es im Schlaf beherrscht und das nötige Selbstbewusstsein mitbringt, dann wird es gehen! Damit ein LKW überhaupt in die Anliegerstraße einbiegen kann, muss die Hauptstraße jedes Mal kurzzeitig voll gesperrt werden. Wer den Stadtverkehr in der Nähe der Hamburger Elbchaussee kennt weiß, da macht man sich keine Freunde. Da es aber anders gar nicht möglich gewesen wäre, blieb keine andere Wahl.

LKW mit lenkbarer Hinterachse

Die örtliche Situation sah es vor, dass der jeweilige LKW rückwärts eine Art S-Kurve durchfahren musste. Bei solchen Fahrmanövern ist eine lenkbare Hinterachse für den LKW-Fahrer von großem Vorteil. Von noch größerem Vorteil ist es, wenn diese auch voll funktionsfähig ist. Leider kam, entgegen unseres Wunsches, ein LKW ohne Lenkachse und ein anderer mit einer defekten. Ein Glück waren die Fahrer trotzdem bereit die Straße zu befahren. Am Ende wurden alle LKW souverän durch ihre Fahrer in die Straße manövriert. “Hut ab“ an dieser Stelle!

Kein Verständnis für Baumaßnahmen

Eine weitere, völlig unerwartete Herausforderung stellten zwei Kindergärten, welche in der Straße ansässig sind, da. Zu den Haupt-Bring- und Abholzeiten herrschte in der Straße ein regelrechter Ausnahmezustand. Die bestellten Brettsperrholzelemente hatten eine Breite von 3,00m und wurden liegend auf einem 2,50m breiten LKW transportiert. Die Straße war ca. 5,00m breit. Obwohl die Straße für die Zeiten von LKW-Anlieferungen mit genehmigten Durchfahrtsverboten für PKW und Fahrräder voll gesperrt war, fuhren immer wieder Rad- und Lastenradfahrer mit ihren Kleinkindern im Gepäck, teils lauthals schimpfend zwischen LKW und Häuserwand durch. Das von einer Kranentladung eines LKW auch große Gefahren ausgehen können wollten trotz mehrmaligem Hinweisen nur einige der radelnden Elterntaxis verstehen. Was den Unmut einiger Eltern über unsere Baustelle bei uns wieder ausgeglichen hat, waren die Kinder die mit ihren Erziehern täglich Ausflüge zum Bauzaun gemacht haben, um zu schauen was wir dort so treiben. Wenn es nach den Kindern gegangen wäre, dann hätten sie jeden Tag stundenlang dort gestanden und uns Fragen gestellt, oder uns gesagt, dass der eigene Papa das viel besser kann.

Kranauswahl

Am liebsten Arbeiten wir bei unseren Baustellen auf denen wir Häuser mit Brettsperrholzelementen bauen, mit Autokränen. Leider war das auf dieser Baustelle nicht möglich. Zum einen reichte der Platz auf der Straße nicht aus um einen Autokran aufzustellen, zum anderen weil das zu erstellende Gebäude auf drei von vier Seiten eine Grenzbebauung war. Die Angrenzenden Häuser waren alle mindestens drei- oder viergeschossig. Es blieb uns also nichts anderes übrig, als einen Turmdrehkran zu bestellen.

Wir versorgten den Kranlieferanten mit der von uns benötigen Ausladung, Hakenhöhe und der maximalen Hakenlast. Da wir uns selber nicht zugetraut haben die notwendige Höhe des Krans festzulegen, haben wir diesen Support beim Kranlieferanten direkt mit eingekauft um dort auf jeden Fall auf der sicheren Seite zu sein. Bei der örtlichen Montage des Krans stellte sich dann aber leider heraus, dass der Kranausleger beim Drehprozess die gegenüberliegenden Dachflächen beschädigen würde. Als Lösung für dieses Problem wurde der Kranausleger mit Steigung montiert. Am Ende wurde leider dennoch bei jedem Drehvorgang eine zum Glück sehr flexible Antenne eines Nachbargebäudes touchiert. Wo gehobelt wird, da fallen Späne.

An einen Nachteil der Auslegermontage mit Steigung hatten wir anfangs gar nicht gedacht. Nämlich an den, dass sich bei jeder Positionsänderung der Laufkatze, logischerweise auch die Höhe des am Haken hängenden Bauteils ändert. Eine Tatsache an die man sich beim Bedienen des Krans erstmal gewöhnen muss. Hinzu kommt, dass die maximale Hakenlast reduziert ist. Für unsere Bauteile hat es zum Glück trotzdem noch gereicht und jedes Bauteil ist unbeschadet am richtigen Platz angekommen.

Nächstes Mal geht´s um Gebäudeform und Wandaufbauten

Im nächsten Blogbeitrag erfahrt Ihr mehr über die besondere Form des Gebäudes und die unterschiedlichen Wandaufbauten. Bei diesem Bauvorhaben wurden nämlich sage und schreibe fünf verschiedene Fassadentypen verbaut.

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