Klang und Klatschen: Zimmerleute und ihre Musik
Klang und Klatschen: Zimmerleute und ihre Musik
Wenn’s bei der Arbeit nicht nur akkurat und sauber, sondern auch fröhlich und gesellig zugeht, dann können ja eigentlich nur Zimmerer am Werk sein - oder? Diese alte Zunft ist es gewohnt, Aufträge nicht nur in Perfektion auszuführen, sondern dabei auch ein hübsches Liedchen auf den Lippen zu haben. Schon vor Jahrhunderten gab es Zimmermannslieder, die von Generation zu Generation weitergeben werden. Bis heute. Auch auf den gängigen Videokanälen gibt’s eine große Auswahl. Wir stellen vier Songs vor und machen fit für den Zimmermannsklatsch.
Der Zimmermannsklatsch – ein bisschen wie ein Schuhplattler
Der Zimmermannsklatsch also – was ist das? Nicht nur Zimmerer kennen ihn, sondern auch viele Menschen aus der Bevölkerung, die bei dieser Tradition schon beeindruckt zugesehen haben. So geht’s: Es stehen sich immer jeweils zwei Tänzer gegenüber oder sie sitzen. Und klatschen nach einem bestimmten Muster sich selbst auf Hüfte oder Oberschenkel, gegen die eigenen Handflächen sowie gegen die des Gegenübers. Sechs Takte sind es meistens, und die passen zum Lied. Ein bisschen schaut das aus wie ein bayerischer Schuhplattler. Wann wird geklatscht? Bei Festivitäten, zum Beispiel der Lossprechungsfeier.
Das „Zimmerleut Ehrenlied“
Wer sich im Takt bewegt, der braucht auch Musik, ganz klar. Die alten Zimmermannslieder sind da sehr gefragt. Ein paar Jahre auf dem Buckel hat zum Beispiel das „Zimmerleut Ehrenlied“, ein Stück mit viel „Juppheidi, Juppheida“. Es stammt vom Anfang des 19. Jahrhunderts und erzählt im Text in Reimform von den braven Zimmersleut, die alle brauchen -auch Kaiser, König, Fürsten, Grafen. Launig wird beschrieben, wie diese Handwerkszunft arbeitet, und es gibt eine Hommage an sämtliche Werkzeuge. Und auf die Bibel folgt ebenfalls ein Hinweis: „Zimmerleut, die soll man ehren. Wie die Schrift dich solchs tut lehren: Unser Bruder Jesus Christ Josephs Sohn gewesen ist“, heißt es da. Und was war Joseph? Genau, Zimmerer.
Hier geht´s zum "Zimmerleut Ehrenlied": https://www.youtube.com/watch?v=iyzDDYJg8cw
Weitere Musik zum Klatschen
Super zum Zimmermannsklatsch passt auch das alte Lied „Aufgeschaut“. Es erzählt von den fleißigen Handwerkern, die morgens um halb sechs aufstehen und aufs Gerüst hinaufsteigen. Die zweite Strophe berichtet aber auch davon, dass es sich um einen gefährlichen Beruf handdelt, und dann wird das Lied plötzlich ernst und traurig „Fällt einer vom Gerüst herab, so findet er sein frühes Grab.“ Und der Text mahnt daher die Kameraden, aufzupassen und keine Unfälle zu riskieren, damit nicht sechs Kinder hinter dem Sarg herlaufen und „keinen Vater mehr haben.“
Hier geht´s zum Song: https://www.youtube.com/watch?v=Knj-5JvEfGM
Auch moderne Musik gibt’s für Zimmerer
Aber nicht nur die ganz alten Lieder sind bei den Handwerkern sehr beliebt. Was auch für Furore sorgt, sind modernere Kompositionen, zum Beispiel von Peter Prasch. Er singt „Zimmermann heißt Freiheit pur“ und schildert in seinem volkstümlichen Schlager, dass dem Zimmermann nichts zu viel ist und er von früh bis spät werkelt.
Hier geht´s zum Song von Peter Prasch: https://www.youtube.com/watch?v=Rv5VeQi2rOg
Über den Tellerrrand geguckt: Auch Johnny Cash besingt den Zimmermann
Und auch in der internationalen Musik kommt das Wort „carpenter“, englisch für Zimmermann, durchaus vor. Zum Beispiel bei Johnny Cash. Er fragte einst seine Duettpartnerin in flottem Country-Takt, ob sie ihn auch heiraten würde, wenn er ein Zimmermann wäre und sie eine adelige Lady. Und was antwortet die Dame seines Herzens? Aber sicher!
Hier geht´s zum Song von Johnny Cash: https://www.youtube.com/watch?v=iXt1NIYPNjA
