Geht nicht, gibt’s nicht! Wenn viele Kollegen „nein“ sagen, sagen wir gerne „ja“
Alles, außer gewöhnlich – ein Haus das seines gleichen sucht
In Hamburg, unweit der Elbchaussee sollte im Zuge der städtischen Nachverdichtung ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung entstehen. 272m² Wohnfläche verteilt auf drei Vollgeschossen mit Teilunterkellerung, auf einem 300m² großen Grundstück in einer 5m breiten Verbindungsgasse zweier Straßen. Hinzu kommt ein Atrium vom Erdgeschoss bis zum Dachgeschoss, eine Terrasse im ersten Obergeschoss, eine Dachterrasse mit „Urban farming“ und ein Gründachanteil. Die unterschiedlichen Fassadenseiten sollten aus horizontaler und vertikaler Holzschalung, zweischaligem Vormauerwerk und Klinkerriemchen hergestellt werden. Also von allem etwas dabei.
Ökologische Baustoffe
Ziel der Bauherren und Architekten war es, das Gebäude zum Großteil mit ökologischen Baustoffen zu errichten. Der Rohbau inklusive Decken, Innenwänden und Dach sollte mit Brettsperrholz ausgeführt werden. Ursprünglich war es geplant, dass ein Drittel der Brettsperrholzoberflächen sichtbar bleiben sollen. Im Bauprozess wurden aus dem einen Drittel aber schnell drei Viertel. Dem Bauherrn hat die Oberfläche so gut gefallen, dass er sich kurzerhand dazu entschlossen hat, bedeutend mehr Flächen sichtbar zu lassen.
Herausforderungen
Natürlichen waren wir als Holzbauer gleich angetan von der Idee das der Bauherr gerne mehr Oberflächen sichtbar lassen möchte. Kurz nach der Euphorie wurde uns aber bewusst, dass dies natürlich einen bedeutend hören Montageaufwand mit sich bringt, schließlich darf keine Wand, und keine Decke verschmutzt oder beschädigt werden. Einschlagzwingen und 5kg Vorschlaghammer blieben also den Großteil der Zeit im Auto. Ebenso wurde es notwendig sich unzählige Male am Tag die Hände zu waschen, um nachher nicht zu viele Oberflächen nachschleifen zu müssen.
Die Herausforderung „Sichtoberfläche“ war aber nur eine von Vielen.Auf Grund der engen und hohen Nachbarbebauung, der nur 5m breiten Zufahrtsgasse zum Baugrundstück und der Tatsache das es keinerlei Lagerflächen auf dem Grundstück gab und somit eine Direktmontage der Brettsperrholzelemente vom LKW notwendig war, haben alle vorher angefragten Holzbauunternehmen dankend abgelehnt.
Geht nicht, gibt’s nicht – wir lieben die Herausforderung
Wer uns kennt, der weiß das wir uns gerne an genau diese komplizierten Dinge herantrauen und somit oft zu Bauvorhaben „ja“ sagen, zu denen schon eine Vielzahl von Berufskollegen „nein“ gesagt haben. Wir lieben die Herausforderung und das Strahlen der Augen unserer Bauherren, wenn das wovon Viele gesagt haben es sei nicht realisierbar, nun doch da steht und irgendwie möglich gemacht wurde. Was nicht heisst, dass uns solche Bauvorhaben nicht auch regelmäßig an unsere Grenzen bringen.
Im nächsten Blogbeitrag erfahrt ihr mehr über die Schwierigkeiten der Materialanlieferung und der Auswahl des passenden Krans.















