Schnitzereien in der Kathedrale
Statik wiederhergestellt
Als Erstes nahmen sich die Wandergesellinnen und -gesellen der Kathedrale an, einem alten Kornhaus mit 77 m² Grundfläche. Das Gebäude, das mit einer Außenmauer am Mühlengraben steht, galt es wieder zu stabilisieren, denn die vorherigen Nutzer hatten ungeachtet der Statik viele Deckenbalken herausgesägt, um die Getreidesilos einbauen zu können. Um die maroden Außenmauern von den Dachlasten zu entlasten, wurden 12 Stiele direkt unter die Fußpfetten gestellt und mit diesen verbunden.
Schöne Verzierungen mit Schnitzereien
Nach der Montage wurden die Stiele kunstvoll mit Schnitzereien verziert. Unter anderem sind nun die Handwerks-zeichen der beteiligten Gewerke sowie die Geschichte der Mühle von 1205 bis 2017 dargestellt. Die 24 cm x 24 cm starken Stiele wurden aus Kiefern hergestellt, die zuvor im eigenen Wald gefällt wurden. Mit einem mobilen Sägewerk wurden die Bäume aufgetrennt. An die Stiele wurden in 2,5 m Höhe Knaggen montiert, die als Auflager für Unterzüge dienen.
Raum vergrößert
Durch diese war es nun möglich, in einem Bereich einen Fußboden im ersten Obergeschoss auszubilden, der zum einen eine aussteifende Scheibenfunktion hat und zudem als Aufenthaltsbereich bei Veranstaltungen genutzt wird. Durch den Einbau eines Sprengwerks in die Bestandskonstruktion konnte ein Stiel im Erdgeschoss entfernt werden, wodurch mehr Raum entstand. Dieser kann nun vielfältig genutzt werden. Ein Sprengwerk ist eine Holzkonstruktion, die dazu dient, Lasten, die von oben auf einen Punkt einwirken, seitlich von diesem wegzuleiten.
Dachstuhl wurde aufwendig saniert
Neben der Sanierung des Kornhauses wurde der Dachstuhl des Wohnhauses umgebaut. Der bestehende Sparrendachstuhl wurde durch den Einbau einer Firstpfette (16 cm/28 cm) und zwei Mittelpfetten (20 cm/40 cm) in einen Pfettendachstuhl umgebaut, um dann eine Gaube zu bauen. Die Klauen an den Gaubensparren wurden ausgearbeitet. Die 20 m langen Pfetten wurden am Boden abgebunden und dann mithilfe eines Krans in den Dachstuhl gehoben. Als Auflager dienten etwa 3 m lange Stiele (20 cm/20 cm), die allerdings erst im Nachhinein gestellt wurden. Eine besondere Vorgabe vom Statiker verlangte für die Pfettenstöße eine Länge von 160 cm. Diese wurden in kurzer Zeit ausgearbeitet.
Schleppgaube für mehr Licht
Die Schleppdachgaube wurde in Holzrahmenbauweise ausgeführt. Dafür wurden die Stiele und Riegel abgelängt und die Sparren im Paket ausgearbeitet. Die Gaube wird von der Wohn- und Arbeitsgemeinschaft selbst gerichtet. Trotz der anspruchsvollen Aufgaben blieb noch Zeit für weitere Holzarbeiten. So wurde ein Spielschiff für Kinder gebaut.













