"Luftkissenlandung ist besser, als auf den knallharten Boden zu fliegen“
Fotos: Bayerischer Zimmererverband
Finanziert und gefördert wurde die Aktion aus Mitteln des Bayerischen Zimmerer- und Holzbaugewerbes mit Unterstützung durch die Bayerische Bauwirtschaft. In Großbritannien werden die Luftkissen zur Absturzsicherung nach innen schon seit Jahren genutzt.
Verwendet werden sie vor allem bei Arbeiten in Höhen von bis zu drei Metern, etwa beim Deckenbalkenverlegen - wenn eine Absicherung mit Gerüst, Lifeline-System oder Fangnetzen aus technischen Gründen nicht funktioniert, erklärt der Referent für Prävention des Bayerischen Zimmererverbandes, Andreas Kraft.
Die Luftkissen der Firma „sayfasystems“ wurden aus Großbritannien angeliefert. Kraft: „Der große Vorteil ist, dass man die Luftkissen schnell aufblasen kann - das Herauslassen der Luft nach dem Einsatz geht genauso zügig. Und die Kissen eignen sich für verschiedene Flächen, unabhängig von Form und Größe.“
Die Praxistauglichkeit wurde unter anderem bei der Übergabe der Luftkissen mehrfach getestet – von den Obermeistern der Zimmerer-Innungen Ansbach-Westmittelfranken und Oberland, Hermann Lauchs und Michael Andrä, sowie von Azubis im 3. Lehrjahr der Klasse BZ 12a in Weilheim. Zunächst pumpten sie die Kissen mit einem Gebläse auf, pro Luftsack dauert das rund 30 Sekunden.
Obermeister Lauchs: "Ich könnte mir vorstellen, dass ich die Luftsäcke für meinen Betrieb anschaffe"
Dann wurden die Säcke durch Steckverschlüsse miteinander verbunden. Auf der Baustelle wird das Gebilde unter eine Gefahrenstelle geschoben. Wenn Zimmerer/Zimmerinnen abstürzen, landen sie auf den Luftsäcken, wie Obermeister Andrä.
Er sprang von einer Leiter darauf und sagte nach dem Praxistest: „Als ich auf die Kissen gefallen bin, habe ich schon ein bisschen Widerstand gemerkt. Aber es ist auf jeden Fall besser, als auf den knallharten Boden zu fliegen“ – vor allem für das Arbeiten in Nischen eignen sich die Säcke, so Andrä.
Auch Obermeister Lauchs sprang von einer Leiter mit einer Höhe von 2,10 Metern und landete relativ weich. Sein Fazit: „Das hat gut geklappt, die Säcke haben mich gut aufgefangen. Ich könnte mir schon vorstellen, dass ich sie für meinen Betrieb anschaffe." Denn Unfälle bringen menschliches Leid mit sich und haben weitere Konsequenzen: „Einerseits steigt der BG-Beitrag und der Mitarbeiter fällt aus.“
Auch eine Studie aus 2018 hat Unfallberichte zu solchen „Soft Landing Systems“ untersucht: Und dabei wurden keine lebensbedrohlichen Unfälle festgestellt. Mit einer Ausnahme gab es nur Prellungen und Zerrungen bei Unfällen mit den Luftsäcken, wenn der Abgestürzte beim Fall nicht an andere Bauteile geprallt oder von herabfallenden Gegenständen getroffen worden ist.
Das sagen die Zimmerer-Azubis aus Weilheim zu ihrer Landung auf den Luftkissen:
- Markus Essig: „Die Luftkissen haben meinen Fall gut abgefedert. Es ist besser, als direkt auf den harten Boden zu knallen“
- Valentin Wildmoser: „Die Landung hat nicht wehgetan, ich bin auf den Luftkissen weich gelandet. Ich denke, man kann sie vor allem in Innenräumen gut verwenden“
- Hannes Wunsam: „Als Zimmerer bin ich bisher noch nie heruntergestürzt. Aber ich denke die Luftkissen sind eine gute Lösung, um einen Absturz abzufedern. Denn mir hat nach meiner Landung nichts wehgetan“









