Sommerbaustelle 2020 – Der Karlshof in Templin
Der Karlshof bietet als Vereinssitz zahlreiche Möglichkeiten. Auf mehreren Hektar Land betreibt der Verein eine partizipative, ökologisch angepasste Landwirtschaft und einen Bauerngemüsegarten. Dort können Vereinsmitglieder, aber auch Gäste, nachhaltige Landnutzungsformen und den artgerechten Umgang mit Pflanzen und Tieren kennenlernen. Darüber hinaus werden Seminare und Workshops zu nachhaltigem Bauen angeboten. In der Zeit der Sommerbaustelle haben wir das ehrenamtliche Projekt der Geselllinen und Gesellen mit Elektrowerkzeugen unterstützt.
Das große Quergebäude in der Mitte des Hofes wurde in einer Komplettsanierung wiederbelebt. Der extrem schlechte Zustand des Bestandes stellte die Handwerker vor einige Herausforderungen. Zunächst wurde das Geflecht aus mehreren aneinander geflickten Dachflächen mit Asbestplatten und die maroden Teile der gemauerten Mittel- und Vorderwand abgetragen. Um die vormalige Höhe von 5 m wieder zu erreichen und ein gutes Auflager für das neue Dach herzustellen, wurden die nun fehlenden Wandteile durch neue Ständerwerke ersetzt. Eine besondere Herausforderung beim Bau des neuen Daches waren die unterschiedlichen Dachneigungen auf Vorder- und Rückseite des Gebäudes. Parallel zum Abbund und Richten des Dachstuhls gestaltete und baute ein Team vier neue Tore für die ehemaligen Garagen auf der Rückseite des Gebäudes, die nun landwirtschaftlich genutzt werden. Die Schmiede und Schlosser fertigten vor Ort die Beschläge der Tore.
Der große Raum in der vorderen Gebäudehälfte soll zukünftig als Gemeinschafts- und Veranstaltungsraum genutzt werden. Dort baute ein Team ein Ständerwerk-Festverglasungs-Portal an der Giebelseite. Das neue Ständerwerk der dem Hof zugewandten Wand wurde mit einer Boden-Deckel-Schalung nach außen geschlossen. Diese wurde gestalterisch mit diagonalen Elementen unter Berücksichtigung des konstruktiven Holzschutzes geplant und gebaut. Abschließend wurde, nachdem alle Spenglerarbeiten abgeschlossen waren, mit Trapezblechen die neue Dachhaut ausgebildet. In das Ständerwerk auf der Vorderseite des Gebäudes wurden die vor Ort gefertigten Fenster eingebaut und verleistet.
Beim Gutshaus wurde der 1848 aufgeschlagene Dachstuhl komplett neu ertüchtigt. Zunächst standen die Entrümpelung, das Planen und Berechnen der statischen Lasten und der bauphysikalischen Herausforderungen einer energetischen Dachsanierung und das Verlegen eines OSB-Fußbodens an. Danach ging es ans Abtragen der alten Ziegel und den Abriss der Traglattung. Auf der ausgerichteten Längsseite des Hauses drückten die Sparren in die Mauerkrone im Hauptdach und die oberen drei Reihen der Ziegel wurde um bis zu 15 cm nach außen verschoben. Um darauf eine Schwelle für die Aufschieblinge zu montieren und darauf ein Vordach zu erstellen, musste ein neuer Ringanker im alten märkischen Verbund ausgebildet werden. Das Erneuern des Walmdaches auf der nach Osten ausgerichteten Giebelseite des Gebäudes wurde mit viel Fleiß und noch mehr Schnur fertiggebracht. Holzfaserdämmplatten wurden direkt auf die Sparren gelegt, mit den Konterlatten fixiert und eine Konterlattung angebracht. Traufbleche, Kamineinfassungen, Regenrinne und ein Kehlblech im Dachbruch wurden von den Spenglern gekonnte erstellt und hielten dem ersten Regen stand.











