Der Hexenschnitt Austragungen Zur Zimmerer-Seite

Grundlagen, was versteht man unter einem Hexenschnitt?

Beim Saumabschnitt des Daches sollten alle Abschnittskanten einer Traufe die gleiche Richtung haben.
Dem Auge fallen diesbezügliche Fehler sofort auf.

Bilder Hexenschnitt
Flucht der sparrenköpfe
Gratsparrenkopf Treffen nun 2 Traufenkanten aufeinander, so ensteht eine Verschnittkante der zwei Abschnittskanten.
Bei lotrechten und waagrechten Sparrenabschnitten ist diese Verschnittkante wieder lotrecht bzw. waagrecht.
Bei gleichen Dachneigungen und gleichen Sparrenabschnitten verläuft diese Verschnittkante der Traufenabschnittsrichtung genau unter der Grat- bzw. Kehllinie unter 45°.
Hat man aber unterschiedliche Dachneigungen, so ergibt sich ein Hexenschnitt, die Verschnittkante läuft aus der Grat- bzw. Kehllinie heraus (Ausnahme beim angepassten Abschnitt).
Der Hexenschnitt, egal in welcher Form, ist zwar fachlich und geometrisch richtig, doch es enstehen merkwürdig anzuschauende Verschnittkanten.
Sollten Sie nicht gerade einen Professor für darstellende Geometie als Bauherr haben, wird wohl jeder Betrachter solcher Kanten vermuten, dass sich hier der Zimmerer verschnitten hat.

Der freie, allgemeine Hexenschnitt

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Dabei werden beide Sparrenabschnitte, unabhängig von der anderen Traufenkante, festgelegt.
Im dargestellten Beispiel wurde jeweils für das Walm- und das Hauptdach ein Abschnittswinkel von 80°, 10° zurück, gewählt.

Um die Richtungen der drei Abschnittskanten am Gratsparren (an den zwei Aussenseiten und die gemeinsame Verschnittkante) zu erhalten muss immer ein entsprechender Höhenschnitt durchgeführt werden.
Für die gemeinsame Verschnittkante muss ein gemeinsamer Höhenschnitt gemacht werden.

Der auf die Hausmauer oder Fußpfettenvorderkante ausgerichtete Hexenschnitt

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Hier wird ein Sparrenabschnitt auf eine gemeinsame Schattenkante entlang der Hausmauer oder der Fußpfettenvorderkante ausgerichtet.
Im dargestellten Beispiel wurde der Abschnittswinkel des Walmdaches an den des Hauptdaches über die Hausmauer angepasst.

Daraus ergibt sich, dass die Verschnittkante der zwei Abschnittsrichtungen im Grundriss genau auf die Hausmauerecke zuläuft.
Ist der Dachvorsprung gleich groß, so ergibt sich damit eine Verschnittrichtung von 45° und es ist gleichzeitig ein Stirnbrettabschnitt.

Der Stirnbrettabschnitt

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Ablaufzeichnungen

Soll man ein Stirnbrett anbringen, so ergeben sich unterschiedliche Stirnbretter. Will man gleiche Stirnbretter haben, so kann man einen Abschnittwinkel über die Stirnbretthöhe an den des anderen anpasen.
Im dargestellten Beispiel wurde der untere Teil des Abschnittswinkels gleich groß gewählt. Das ergibt annähernd gleich hohe Stirnbretter.

Als Ergebnis verläuft die Verschnittkante der zwei Abschnittsrichtungen im Grundriss unter 45° und die Stirnbretter sind auf beiden Seiten gleich.

Die Alternative

Um einen Hexenschnitt bei verschiedenen Dachneigungen zu vermeiden, könnte man den Walmdachabschnitt so an den Hauptdachabschnitt anpassen, dass die Verschnittlinie der beiden Abschnittsrichtungen wieder genau unter der Grat- bzw. Kehllinie liegt.
Die Folge davon ist, dass diese Verschnittlinie in der Mitte des Gratsparrenkopfes bleibt und die drei Abschnittskanten am Gratsparren parallel zueinander sind.
Gratsparrenabschnitt im Profil ermittelt
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